Regelmäßig innehalten und an Afrika denken

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Barbara Müller ist schon einige Wochen aus Namibia zurück, denkt aber immer noch gerne an ihre fünfmonatige Zeit in Afrika zurück.

Sie berichtet beim Gespräch in der STADTSPIEGEL-Redaktion, dass „ich den eigentlichen Kulturschock nicht beim Hin-, sondern beim Rückflug erlebt habe.“ Barbara Müller weiter: „Bei meiner schrittweisen Rückkehr in die Zivilisation (zuerst Windhoek, dann Pretoria und schließlich Deutschland) erschien mir auf einmal vieles zu schnell und zu grell - die Autos, die Menschen, die Leuchtreklame.“ Deshalb vermisst sie jetzt am meisten, womit sie zu Beginn ihrer Afrikazeit am meisten zu kämpfen hatte: Gelassenheit, Bescheidenheit und „vor allem das einfache Leben“.

"Afrika war eine gewonnene Zeit"

Die Zeit in Afrika war für die junge Letmatherin eine „gewonnene Zeit“- trotz des Konkurrenzdrucks auf dem Arbeitsmarkt. „Wenn einige einen längeren Auslandsaufenthalt als verschenkte Zeit ansehen, so habe ich diese Zeit in Afrika gerne hergegeben“, urteilt sie. Das größte Geschenk hat sie sich wohl selber gemacht. „Die Erfahrungen, die ich sammeln konnte, kann mir niemand mehr nehmen. Ich habe viel über andere Menschen, aber auch über mich gelernt und viele Freunde gewonnen.“
Barbara Müller hat auch kennen- und schätzengelernt, dass es nicht viel zum Glücklichsein erfordert. „„Wir hatten auf St. Michael keine warme Dusche, keinen Fernseher, keine teuren Einrichtungen, keine Haushaltsgeräte, hin und wieder noch nicht einmal fließendes Wasser oder Strom. Aber solange man die richtigen Menschen um sich herum hat, ist jeder Tag ein Geschenk.“

Mädchen auf den Fußball-Geschmack gebracht

Barbara Müller hat die ersten zwei Monaten an der Highschool in Döbra (Namibia) gearbeitet und ist dann für die restliche Zeit an die St. Michael Primary School gewechselt, wo sie Sport, Mathematik und Musik unterrichtet hat. Ein besonderes Anliegen war ihr der Mädchenfußball, da die Mädchen nachmittags häufig keine Beschäftigung haben. „Die haben zum ersten Mal in ihrem Leben gekickt. Mit Begeisterung übrigens. Was die Jungs zum Teil nicht gerade freudestrahlend aufgenommen haben, da nun Fußballplatz und Bälle mit den Mädchen geteilt werden mussten.“
Zurück in Deutschland hält sie weiter Kontakt nach Afrika. Gemeinsam mit Alfons Kersten wurden dank der Letmather Namibiahilfe wieder Pakete für Namibia gepackt und verschickt, und für dieses Jahr hat sich bereits Besuch aus Afrika angekündigt.
In Siegen-Kreuztal hat sie am dortigen Gymnasium mittlerweile ihre 18-monatige Referendarzeit angetreten. „Wann immer mir das Leben während dieser Zeit zu schnell erscheint, werde ich innehalten und an meine Afrika-Zeit denken. Es lohnt sich, mal stehen zu bleiben, sich umzuschauen und einfach nur dankbar zu sein für das, was man hat und für die Möglichkeiten, die sich einem eröffnen.“
Ob sie noch einmal nach Afrika reisen würde? „Jederzeit und so bald wie möglich wieder. Ich empfehle das Land mit seinen einfach lebenden und sehr freundlichen Menschen“, hofft die angehende Lehrerin auch auf ein baldiges Wiedersehen mit den Menschen, die sie in Afrika kennengelernt hat.

Autor:

Rainer Tüttelmann aus Iserlohn

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