Volle Innenstadt
Werbegemeinschaft Iserlohn würde verkaufsoffene Sonntage im Advent begrüßen

Einen verkaufsoffenen Sonntag wie auf diesem Bild wird es wahrscheinlich in diesem Jahr in Iserlohn nicht mehr geben.
  • Einen verkaufsoffenen Sonntag wie auf diesem Bild wird es wahrscheinlich in diesem Jahr in Iserlohn nicht mehr geben.
  • Foto: Archiv/Kirsten Greitzke
  • hochgeladen von Vera Demuth

Insgesamt fünf verkaufsoffene Sonntage – vier an den Adventssonntagen und einer am 3. Januar 2021 – kann es nach einem Erlass von NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart geben. Bei der Werbegemeinschaft Iserlohn würde man die Verkaufstage begrüßen. Weil die Gewerkschaft Verdi vergangene Woche Klage dagegen eingereicht hat, glaubt die Werbegemeinschaft aber nicht, dass die Tage tatsächlich stattfinden.

Von Vera Demuth

"Verdi wird mit der Klage durchkommen. Die verkaufsoffenen Sonntage werden nicht durchführbar sein. Davon gehen wir hier vor Ort aus", erklärt Volker Hellhake, erster Vorsitzender der Werbegemeinschaft Iserlohn, auf Nachfrage des Stadtspiegels. "Mit dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster ist alles gesagt."
Anfang September hatte des Gericht einen für den 6. September geplanten verkaufsoffenen Sonntag in Iserlohn und Letmathe untersagt. "Das Urteil ist rechtsverbindlich", meint Hellhake, dass damit auch das Aus für die Sonntage im Advent und am 3. Januar besiegelt ist. Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart hatte landesweit die fünf verkaufsoffenen Sonntage per Erlass freigegeben. Mit Bezug auf die Corona-Schutzverordnung des Landes wollte er damit Besucherströme in den Innenstädten während der Vorweihnachtszeit entzerren und das Infektionsrisiko verringern.

Verkaufsoffene Sonntage bringen Frequenz

"Das ganze Jahr war nicht optimal", wirft Volker Hellhake einen Blick zurück auf die vergangenen Monate. "Im Moment verbrennen wir Geld." Insofern wären verkaufsoffene Sonntage für die Iserlohner Händler und Gewerbetreibenden eine willkommene Hilfe, denn in den Jahren zuvor seien sie die umsatzstärksten Tage in der Vorweihnachtszeit gewesen. "Dann ist Frequenz in der Stadt. Das merkt man in der Kasse", so Hellhake.
Allerdings betont der erste Vorsitzende der Werbegemeinschaft Iserlohn auch, dass kein Händler durch einen verkaufsoffenen Sonntag gerettet werde. Vielmehr betrachtet Hellhake diese Aktionstage als wichtiges Instrument, "um den Kunden zu zeigen, dass wir für sie da sind". Stärkster Wettbewerber der Geschäfte vor Ort seien sie Onlinehändler, die 24 Stunden am Tag geöffnet hätten. "Das haben wir nicht, und da bietet ein verkaufsoffener Sonntag ein bisschen Chancengleichheit."
Darüber hinaus ermöglichten es die zusätzlichen Verkaufstage Familien, etwas entspannter einkaufen zu gehen, sagt Hellhake. Verdi begründet seine Normenkontrollklage beim Oberverwaltungsgericht Münster gegen die Sonntagsöffnungen unter anderem damit, dass diese ein erhöhtes Infektionsrisiko für die Beschäftigen im Einzelhandel darstellen. Das sieht Volker Hellhake anders. "Die Infektionsgefahr ist an sechs Tagen nicht größer als an fünf." Zudem verweist er auf die Hygienekonzepte, die jedes Geschäft umgesetzt habe. "In Iserlohn müssen Arbeitnehmer keine Gefahr fürchten."
Um eine Kompromisslösung beim Thema Sonntagsöffnung zu finden, hat die Werbegemeinschaft Iserlohn versucht, mit Verdi Kontakt aufzunehmen. "Leider habe ich den Geschäftsführer nicht erreicht", so Hellhake. Als Kompromiss könnte sich die Werbegemeinschaft ein oder zwei verkaufsoffene Sonntage in der Vorweihnachtszeit vorstellen.

Kompromiss mit der Gewerkschaft finden

Volker Hellhake ist der Meinung, dass Gewerbetreibende und Gewerkschaft miteinander und nicht gegeneinander arbeiten sollten. "Wie bekommt man es zusammen hin?", fragt er und macht deutlich, dass Verdi sich nicht vor der Realität verschließen dürfe. Seiner Ansicht nach würden beide Seiten – sowohl Händler als auch Arbeitnehmer – von verkaufsoffenen Sonntagen profitieren. "Denn wenn es keine Umsätze gibt, leiden auch die Angestellten."

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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