Kinder-Uni
Dem Herzen auf die Sprünge helfen

Gespannt warteten die Kinder und Jugendlichen auf die Vorlesung von Markus Bongert von den TU Dortmund. Bongert erklärte, wie medizinische Geräte und Prothesen wie beispielsweise künstliche Herzklappen verwendet werden.
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  • Gespannt warteten die Kinder und Jugendlichen auf die Vorlesung von Markus Bongert von den TU Dortmund. Bongert erklärte, wie medizinische Geräte und Prothesen wie beispielsweise künstliche Herzklappen verwendet werden.
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In der ersten Vorlesung der Kinder-Uni im Kreis Unna nach den Sommerferien ging es in dem Vortrag von Dipl.-Ing. Markus Bongert um Medizintechnik. Der ausgebildete Maschinenbau-Ingenieur arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU in Dortmund und ist dort für die ganz kniffligen Fälle in der medizinischen Technik zuständig.

Sie wird immer dann gebraucht, wenn ein Teil des Körpers nicht mehr funktioniert wie er soll und durch ein künstliches Teil ersetzt werden muss. „Manchmal braucht man zum Beispiel Ersatzteile für ein krankes Herz“, erklärte Bongert seinen jungen Zuhörern. „Auch die Maschine, die bei Herzoperationen die Herzfunktion ersetzt und als Verbindungselement arbeitet, ist sehr wichtig“, so der Ingenieur, der in seiner Kindheit gerne mit Lego-Technik gespielt hat.

Mit seinen Kollegen an der Uni arbeitet Bongert an verschiedenen Ersatzteilen für den menschlichen Körper: „Künstliche Herzklappen braucht man zum Beispiel, wenn sich die natürliche Herzklappe nicht mehr richtig öffnet oder wenn sie nicht mehr dicht ist.“ Auf diesem Gebiet hat sich in der Vergangenheit viel getan. Waren die althergebrachten Klappen aus mechanisch-starrem Material, so ist die neueste Generation flexibel. Der Vorteil: Mann muss nicht mehr in einer großen OP den ganzen Brustkorb öffnen, das Herz freilegen und an die Herz-Lungen-Maschine anschließen. Die neuen Herzklappen können über einen Ballon-Katheder aus mit einem sehr viel kleineren Eingriff an Ort und Stelle gebracht werden.

„Das Herz kann bei so einer ‚minimal-invasiven‘ Operation weiter schlagen. Insgesamt ist das schonender und auch gefahrloser für den Patienten“, so Bongert. Mitgebracht hatte der Ingenieur auch eine nachgebaute Aorta. Das große, rund daumendicke Blutgefäß hat Bongart am Computer mit einem 3D-CAD-Programm entwickelt. Es wird für Computersimulationen und auch als Modell zum Anfassen gebraucht: „Vieles von meiner Arbeit spielt sich am Computer ab, und oft brauchen unsere PCs sehr lange zum Rechnen.“ Entwickelt hat Bongert auch schon Blutkanülen, die für die Operationen am Herzen und an der Lunge gebraucht werden. „Stellt euch mal vor, die Lunge hat rund eine Million Lungenbläschen, die die Atemluft reinigen. Sie haben alle zusammen eine Fläche von 128 Quadratmetern!“

Auch ein spezielles Desinfektionsgerät hat Markus Bongert mit seinen Kollegen von der Uni schon entwickelt. „Hier geht es in erster Linie um ein einzelnes Bakterium. Das Mykobakteriom chimaera kann bei Operationen in den Körper gelangen und dort eine schwere Lungenentzündung hervorrufen.“ Gemeinsam mit den Wissenschaftlern haben die Medizintechniker nun ein Gerät gebaut, das mit Ozon als Desinfektionsmittel arbeitet und so die gefährlichen Bakterien abtötet. Zum Abschluss der spannenden, aber auch ein kleines bisschen gruseligen Vorlesung gab es noch eine Überraschung für die Kinder, die bei einer Verlosung mitgemacht hatten: Drei von ihnen bekommen ein Buch über Medizintechnik zugesandt.

Die Vorlesungen derKinder-Uni im Kreis Unna dauern etwa eine Stunde. Der Eintritt ist für alle frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle Veranstaltungsorte sind barrierefrei. Im Anschluss an jede Kinder-Uni werden unter den Teilnehmern, die bei einer Verlosung mitgemacht haben, drei Bücher verlost, und wer das Programm zu jeder Veranstaltung mitbringt und immer abstempeln lässt, bekommt am Ende des Semesters sogar ein Kinder-Uni-Diplom.

Unter den Kindern, die bei allen Vorlesungen dabei waren, wird ausgelost, wer mit einer Begleitperson auf große Fahrt gehen kann. Das Ziel ist am 6. Januar 2020 die Fachhochschule Südwestfalen, Standort Soest. Für Geburtstagskinder gibt’s noch ein besonderes Extra: Wenn die Eltern Bescheid sagen, dass ein Kind an einem Vorlesungstag der Kinder-Uni Geburtstag hat, gibt es eine Überraschung.

Die nächsten Vorlesungen:

27. September, 17 Uhr: Jörg Bauer, Fachhochschule Dortmund, FB Informationstechnik: Was ist eigentlich ein Smart Home?, Gesamtschule Gänsewinkel Schwerte Grünstraße 70. 58239 Schwerte

8. November, 17 Uhr Prof. Dr. Maike Tietjens, WWU Münster, Sportpsychologie: Wenn Jungen tanzen und Mädchen Fußball spielen, Studiotheater an der Willy-Brandt-Gesamtschule Am Friedrichsberg 30, 59192 Bergkamen Für die Navigation: Albert-Schweitzer-Straße 21

Autor:

Lokalkompass Kamen/Bergkamen/Bönen aus Kamen

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