Schüleraustausch
Fußball lernen – in Europa

Nicht nur ziemlich beste Freunde: Aaron Jaeger und der Austauschschüler Simon Shemakula. Beide lieben sie Fußball. Für ein Jahr ist Simon bei der Kamener Familie Jaeger zu Gast.
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  • Nicht nur ziemlich beste Freunde: Aaron Jaeger und der Austauschschüler Simon Shemakula. Beide lieben sie Fußball. Für ein Jahr ist Simon bei der Kamener Familie Jaeger zu Gast.
  • Foto: Schwalbert
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Der 18-jährige Simon Shemakula kommt ursprünglich aus Massachusetts. Für ein Jahr ist der US-Amerikaner mit Wurzeln in Uganda zu Gast in Kamen – bei der Familie Jaeger. Er lebt in der Familie, geht in Kamen zur Schule und trainiert Fußball im Verein in Kaiserau, bis zu vier Mal in der Woche. Bis zum Ende des Schuljahres bleibt Simon in Deutschland.

Wie das alles kam? „Das war meine Idee, sagt der sechsjährige Aaron Jaeger. „Als der Papa den Zeitungsausschnitt über den Schüleraustausch schickte, habe ich gesagt, ich möchte auch so einen Austauschschüler. So war das.“ Mittlerweile sind die beiden Jungs beste Freunde, nicht nur beim Fußball. Sie spielen sogar auf der gleichen Position, im linken Mittelfeld. Wer besser ist? Das will Aaron lieber nicht sagen. „Kommt doch auf die Vorlagen an, und die Torchancen. Das werden wir noch sehen“, meint er.

Die meisten Unterschiede zwischen den USA und Deutschland sieht Simon bei den Lebensmitteln. „Überall, ob hier bei den Gasteltern oder in der Schule, morgens, mittags, abends, immerzu gibt es Brot“, lacht er. Zuhause kennt er zwei Kulturen, die Afrikanische und die Amerikanische, und vor seinem Aufenthalt in Deutschland war er auch schon zu einem Schüleraustausch in Spanien, hat also schon einiges kennengelernt.

„Das Essen ist schon sehr gut hier, und zuhause esse ich so typisch amerikanische Sachen wie Burger eigentlich gar nicht.“ In der Weihnachtszeit war vieles anders als in der Heimat: „Dass der Nikolaus zu den Kindern kommt, und war schon Anfang Dezember, kannte ich gar nicht. Auch die drei Feiertage zu Weihnachten waren für mich ganz neu. Aber sehr schön.“

Seine Heimatstadt in den USA ist eine Kleinstadt, ähnlich wie Kamen. „Wenn du dort irgendetwas erleben möchtest, musst du in die nächstgrößere Stadt. „Nach Boston brauche ich mindestens eine halbe bis eine Stunde, alles mit dem Auto. Wenn ich hier mit dem Zug nach Dortmund fahre, dauert es nur eine Viertelstunde. Man kann hier so viel mit dem Zug, Bus oder Bahn fahren, das ist schon sehr praktisch.“

Nach seinem Austausch in Spanien ist Simon ganz bewusst nach Deutschland gegangen, natürlich um Fußball spielen zu können, aber auch, um die Sprache zu lernen. „Das Schwerste ist ‚der, die‘ und ‚das‘. Aber ich bekomme viel Hilfe von meinen Gasteltern, Mitschülern und Lehrern.“  In Kamen besucht Simon die Gesamtschule.

Natürlich träumt Simon von einer Karriere als Fußballprofi, mit seiner Gastfamilie (alle BVB-Fans) war er auch schon im Stadion in Dortmund, hat die Borussen spielen sehen und auch ein Spiel der Nationalmannschaft gegen Argentinien. „Das war ein ganz großartiges Erlebnis. Ich habe noch nie so viele Menschen in einem Stadion zusammen gesehen, und dass jede Woche 80.000 Menschen zum Fußball kommen, ist schon unglaublich!“

Ganz neue und ungewohnte Freiheit genießt er in der Schule: „In den Staaten sind die Schulen nach Schulbeginn verschlossen. Man kommt nicht mehr raus. Hier kann ich zwischen den Stunden kommen und gehen, wie ich will.“ Was er mitnehmen wird in die USA? „Die Deutschen sind immer, immer, immer pünktlich. Das werde ich sicher mitnehmen für mein weiteres Leben. Und mir mein eigenes Urteil zu bilden. Als ich nach Deutschland ging, sagten viele: Die Deutschen sind nicht so freundlich, ihre Sprache klingt so hart. Aber ich habe festgestellt, dass die Menschen hier sehr nett sind.“

Erstaunt ist Simon auch über die guten Englischkenntnisse seiner Mitschüler und deren Eltern. „Das hatte ich so nicht erwartet, dass sie so gut Englisch sprechen. Sie würden in den USA sehr gut zurechtkommen.“ Einen Wunsch für seinen Deutschlandbesuch hat Simon dann noch, den die BVB-Fans in der Gegend nicht so gerne hören werden: „Zum Ende im Sommer, möchte ich doch noch gerne nach München fahren, um die Allianz-Arena zu sehen.“

Infos zum Schüleraustausch über Partnership International:

Partnership International e.V. ist ein gemeinnütziger, nicht gewinnorientierter Verein für  internationale Begegnungen und Austauschprogramme. Der Verein wurde 1961 gegründet und  hat in den letzten 60 Jahren über 50.000 Austauschschüler und Gastfamilien betreut. Jedes Jahr betreut Partnership International rund 70 Gastschüler aus den USA, Kolumbien und Italien. Für die Jugendlichen sucht der Verein zu jeder Zeit im Jahr ehrenamtliche Gastfamilien. Mehr Informationen finden sich auf www.partnership.de/gastfamilie-werden.

Autor:

Lokalkompass Kamen/Bergkamen/Bönen aus Kamen

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