Geschichte erleben in Haltern am See
Hartes Legionärsleben hautnah

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Manche halten Geschichte für ein trockenes, verstaubtes Fach. Nicht so am Marie-Curie-Gymnasium Bönen, denn nun erlebten die Schüler der Jahrgangsstufe 6 Geschichte hautnah. 84 Schülerinnen und Schüler der Klassen 6a, 6b und 6c machten sich auf den Weg nach Aliso - oder wie wir heute sagen: Haltern am See. Die römischen Legionäre hätten wahrscheinlich nicht schlecht gestaunt, wenn sie den Einmarsch der „Bönener Germanen“
erlebt hätten.

Zunächst ging es für die Gymnasiasten in das Römermuseum, das sich an derselben Stelle befindet, an der früher einer der wichtigsten Militärkomplexe der Römer war - direkt am Ufer der Lippe. Er war die Schaltzentrale der römischen Macht im rechtsrheinischen Germanien. Von hier aus wurde die Eroberung des gesamten Gebietes geplant und betrieben. Hier war eine der berühmtesten Legionen der Geschichtsschreibung stationiert: die 19. Legion, die im Jahre 9 n. Chr. in der Varusschlacht unterging. Allein im Hauptlager des Komplexes lebten bis zu 5.000 römische Soldaten – mitten in Germanien. Der Name des Lagers: Aliso.

Bei der Führung kam jeder auf seine Kosten. Die einen durften Gladiatorenschilde tragen, Mehl mahlen, Feuer machen oder ein Zelt aus Ziegenhaut ausprobieren. Die Mädchen und Jungen legten 18kg schweres Marschgepäck und römische Mäntel an sowie echte Schwerter.

Nach der Museumsführung stand das Erklimmen eines Nachbaus des Schutzwalles gegen die Germanen auf dem Plan. Die Lehrerinnen Alicia Thier, Alexandra Kuhlmann und Heike Harlinghausen schickten die Sechstklässler in Kleingruppen quer über das Gelände, um auf Erkundung des Holzwalls zu gehen.

Haltern gilt als der am besten erforschte Militärstützpunkt aus der Zeit des Kaisers Augustus. Mehrere Truppenlager bestanden nacheinander auf dem Gelände am Silverberg. Hier lässt sich zeigen, welche Anlagen zu  einem funktionierenden Legionslager gehörten und an anderen römischen Standorten auch zu vermuten sind.
Nachgewiesen sind das sogenannte Hauptlager mit fester Innenbebauung, eine Schiffsanlegestelle für den Nachschub, Spuren der Lagervorstadt, eine Marinebasis mit Schiffshäusern und Kasernen sowie eine Gräberstraße.

Anschließend traten alle erschöpft, aber zufrieden die Heimreise nach Bönen an. Sie konnten jedoch Bus fahren und mussten nicht, wie die Römer früher, zu Fuß marschieren.

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