Erinnerungsarbeit gegen das Vergessen
Neuer Lyrikband von Heinrich Peuckmann

Heinrich Peuckmann hat einen neuen Lyrikband herausgebracht. "Lasse die Zeit stehen" wird er am 20. August in einer großen Lesung in Leipzig vorstellen. | Foto: Peuckmann
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  • Heinrich Peuckmann hat einen neuen Lyrikband herausgebracht. "Lasse die Zeit stehen" wird er am 20. August in einer großen Lesung in Leipzig vorstellen.
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Mit „Lasse die Zeit stehen“ hat der Autor Heinrich Peuckmann aus Kamen einen weiteren Lyrikband veröffentlicht. Die Themen: Erinnerungen, Natur und vieles mehr.

In dem Band sind Gedichte enthalten, die in den vergangenen beiden Jahren entstanden sind. „Viele Gedichte habe ich in der Coronazeit während des Lockdowns geschrieben, die Zeit stand also beim Schreiben wirklich still“, erzählt Heinrich Peuckmann.

In seinem eigenen, unverwechselbaren Tonfall schreibt der Autor über Geschichten wie einen „wachsenden Kaktus“. Im gleichnamigen Gedicht nimmt ein Mitschüler auf die Aufforderung des Lehrers, eine Topfpflanze mitzubringen, einen tief in die Blumenerde gepflanzten Rasierpinsel mit. Diesen kann der Lehrer natürlich nicht bestimmen und die Schüler haben viel Vergnügen daran, den Pinsel „wachsen“ zu lassen.

„Vieles sind Erinnerungen, die ich thematisiere, an Begebenheiten (manchmal auch komische) in meinem Leben, aber auch an Menschen, denen ich begegnet bin“, so Peuckmann. So erzählt er zum Beispiel von seiner Oma: „du kommst weit rum / in unsrer Welt, sagt sie / und lacht. / Warum komme ich weit rum, Oma / Wer so eine Zahnlücke hat / wie du, der kommt / weit rum.“ Und sie hatte recht, wie er im gleichen Gedicht („Nordsee“ über große und kleine Reisen als Kind) berichtet: „China, die Recherchereise / durch Thailand für einen Roman / Australien mit seinen endlosen / Stränden, mit den bunten / Sittichen“. „Schreiben ist immer Erinnerungsarbeit gegen das Vergessen“, beschreibt er.

„Dazwischen sind Naturgedichte eingestreut, was ich sehr liebe“, spricht er einen weiteren Teil des Bandes an. „Natur beruhigt, sie ist ein beständiges Abbild des Lebens.“ So wie in „Mein Garten Eden“: „der Blick ins Grüne, auf / Bäume, Büsche, auf / Rosen, Oleander, nein er / verengt nicht, er erweitert“. Dort schreibt er gerne und findet sich und die Welt, wie er sagt.

„Es ist mein inzwischen fünfter Lyrikband, da ich ja eher ein Erzähler von Romanen bin, ist das schon respektabel“, freut er sich nicht zu Unrecht. Verfasst hat er insgesamt schon mehr als 65 Bücher. Eine Premiere ist für das Buch auch schon fest geplant: „Ich werde den Lyrikband am 20. August in einer großen Lesung in Leipzig vorstellen“, erklärt Peuckmann.

Heinrich Peuckmann: Lasse die Zeit stehen. Gedichte.
Kulturmaschinen Verlag, ISBN: 9-783967-631784, 15 Euro

Autor:

Tobias Weskamp aus Dortmund-Ost

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