PEN und Pro Mensch helfen Syrerin
Verfolgte Schriftstellerin findet in Kamen neue Heimat

Saadeddin Hussein (ProMensch), Bilitis Naujoks (ProMensch), Autor Bernhard Büscher, Najah Issa (ProMensch), Autor Heinrich Peuckmann (PEN) und Daniela Tietz (ProMensch) (v.l.) werden Kholoud Charaf in Kamen unterstützen.
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  • Saadeddin Hussein (ProMensch), Bilitis Naujoks (ProMensch), Autor Bernhard Büscher, Najah Issa (ProMensch), Autor Heinrich Peuckmann (PEN) und Daniela Tietz (ProMensch) (v.l.) werden Kholoud Charaf in Kamen unterstützen.
  • Foto: Tobias Weskamp
  • hochgeladen von Tobias Weskamp

Die syrische Schriftstellerin Kholoud Charaf wird in ihrer Heimat bedroht und zensiert. Der Schriftstellerverband PEN will ihr helfen und bietet ihr mithilfe von ProMensch in Kamen eine neue Heimat.

Ende August kommen zwei Autorinnen hierher, die eine nach Dortmund, die andere nach Kamen. Der PEN hat diese beiden neuen Plätze nun im Ruhrgebiet eingerichtet. „In Städten wie Berlin wird es mittlerweile schwierig, Wohnungen zu finden. Da habe ich das Ruhrgebiet vorgeschlagen“, erzählt Heinrich Peuckmann, Kamener Schriftsteller und Generalsekretär des PEN. Der Kamener Lyriker Bernhard Büscher schlug dann vor, neben einer Großstadt wie Dortmund auch eine Mittelstadt wie Kamen zu nehmen.

In der Sesekestadt bietet der PEN der syrischen Schriftstellerin Kholoud Charaf Asyl. Die Dichterin, Kunstkritikerin, Publizistin und Aktivistin wird in ihrer Heimat mittlerweile bedroht und ihre Werke werden zensiert. Sie setzte sich besonders für die Lebensbedingungen von Frauen und Kindern im vom Bürgerkrieg gebeutelten Syrien ein. Als Englischlehrerin engagiert sie sich ebenfalls. Auch in Polen, wo sie zwischenzeitlich untergebracht war, wurde sie schon bedroht.

Ende August wird Kholoud Charaf nach Kamen kommen, wie Peuckmann erläutert. PEN Deutschland gestaltet seit mehr als 20 Jahren ein einmaliges Projekt, das es so nirgendwo in der Welt gibt. In seinem „Writers-in-Exile“-Programm betreut der PEN bisher 10 verfolgte Autorinnen und Autoren. Sie bekommen eine Wohnung gestellt und erhalten ein Stipendium. „Wir holen sie ab und begleiten sie zu ihrer neuen Wohnung“, ergänzt Büscher.

Kholoud Charaf wird in Kamen aber nicht auf sich allein gestellt sein. Der PEN wird von der Gruppe ProMensch unterstützt, die die Betreuung der aus Syrien stammenden Autorin mit übernehmen wird. „Den Verein gibt es seit 2016. Wir haben 40 bis 50 Aktive bei 110 Mitgliedern“, beschreibt die geschäftsführende Vorsitzende Bilitis Naujoks. „Die Hälfte davon sind Geflüchtete aus dem Kreis.“ Der Großteil ihrer Arbeit dreht sich um Integration. „Wir bringen Altkamener und Neukamener zusammen. Und wir sind gut vernetzt. Wenn wir nicht helfen können, wissen wir, wer stattdessen helfen kann“, sagt sie. „Kholoud Charaf soll in Kamen gut ankommen.“

Najah Issa ist das ProMensch-Mitglied, das Kholoud Charaf im Alltag helfen wird. Sie selbst lebt seit fünf Jahren in Deutschland, davon drei in Kamen. Die studierte Elektroingenieurin wird Kholoud Charaf zum Beispiel bei Behördengängen begleiten und beim Einkaufen unterstützen. „ich zeige ihr auch, was es in Kamen so gibt, und werde mit ihr Ausflüge machen.“

Finanziert wird das Projekt vom Bundesministerium für Kultur und Medien (BKM). Dieses möchte das Programm auf zwölf verfolgte Autoren ausbauen. „Deutsche Schriftsteller, die in der Nazizeit verfolgt wurden, fanden oft in anderen Staaten Aufnahme. Die Bundesregierung möchte da gerne ein bisschen zurückgeben“, erklärt Peuckmann.

Autor:

Tobias Weskamp aus Dortmund-Ost

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