Impfzentrum in der neuen Kreissporthalle an der Platanenallee in Unna
Wann wird im Kreis Unna geimpft?

Die neue Kreissporthalle soll Impfzentrum werden. Fotos: Helmut Weiser
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Fast keine andere Frage brennt den Bürgern derzeit mehr unter den Nägeln: Wann können im Kreis Unna die Schutzimpfungen gegen das Coronavirus SARS-Cov-2 beginnen?
Bei der heutigen Pressekonferenz im Kreishaus gaben Landrat Mario Löhr, Gesundheitsdezernent Uwe Hasche und Josef Merfels, Leiter des Gesundheitsamtes, Antworten zum Thema. Für Mario Löhr ist eines schon mal klar: "Der Kreis Unna packt mit an und unterstützt das Land NRW bei der Mammutaufgabe, Impfzentren aufzubauen. Die Planungen sind in vollem Gange." 
Das Impfzentrum für alle Bürger im Kreis Unna soll noch diesen Monat in der neuen Kreissporthalle an der Platanenallee in Unna entstehen. Dazu werden mobile Einheiten eingesetzt. Noch vor Weihnachten soll alles aufgebaut sein, damit möglichst im Januar 2021 die Impfungen beginnen können, vorerst hauptsächlich mobil in Senioren- und Pflegeheimen.
Während der Kreis Unna sich um die Koordination des Impfzentrums kümmert, wird das Land die Bereitstellung des Impfstoffs übernehmen. Die Kassenärztliche Vereinigung, so hat das Land mitgeteilt, sei für das nötige Personal und die Organisation der Impfungen zuständig.  

Welcher Impfstoff kommt zunächst?

Erste Zulassungen für Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 werden von den der Firmen BioNTech und Pfizer bereits Ende Dezember erwartet und der etwas unbekanntere Impfstoff "AstraZeneca" soll im Februar oder spätestens im März 2021 geliefert werden.
Der BioNTech-Impfstoff ist ausschließlich bei -70°C lagerfähig. Hingegen kann der Astra-Zeneca-Impfstoff bei 2-8°C gelagert werden. Wie das Nachrichtenportal "Welt" in diesem Zusammenhang berichtete, soll die Astra-Zeneca-Impfung offenbar nur schwach bei asymptomatischen Infektionen wirken. Ersten umfassenden Daten zufolge würden die Spritzen kaum verhindern, dass sich der Erreger heimlich weiter in der Bevölkerung verbreitet. Nur vor der symptomatischen Krankheit scheint die Vakzine recht gut zu schützen. 
Die hier aufgeführten Impfstoffe stehen den Bürger kostenlos zur Verfügung und müssen übrigens zweimal verimpft werden.
Sind erste Impfstoffdosen in NRW eingetroffen, erfolgt die Auslieferung in die Kreissporthalle und gegebenenfalls auch an Pflegeheime und Krankenhäuser im Kreis Unna. Das Impfzentrum an der Platanenallee organisiert dabei die Bereitstellung für die Krankenhäuser und teilt eventuell den angemeldeten Bedarf aufgrund des limitierten Impfstoffangebotes auch ein.

Wer wird zuerst geimpft?

Bis April 2021 stehen vulnerable Personengruppen auf dem Plan, gefolgt von Mitarbeitern in Einrichtungen des Gesundheitswesens mit einem besonderen Expositionsrisiko (insbesondere medizinisch-pflegerisches Personal) sowie Mitbürger, die mindestens 80 Jahre alt sind.
In der sogenannten "erweiterten Frühphase", von März bis Juli 2021, sollen weiterhin Risikopatienten und Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen sowie Personen, die in systemrelevanten Berufen tätig sind, geimpft werden. Massenimpfungen sind je nach Impfstoffverfügbarkeit frühestens wohl ab Mitte 2021 vorgesehen.
Um einen Termin im Impfzentrum Unna zu bekommen, wenden sich Risikopatienten und Personen, die älter als 80 Jahre sind, an ihren jeweiligen Hausarzt. Der Kreis Unna koordiniert hierbei die Terminvergabe und schickt den betreffenden Bürgern dann eine Einladung nach Hause.

Wie ist der Ablauf?

Es sollen fünf Impfstraßen eingerichtet werden, die in verschiedene Bereiche aufgeteilt werden. Zunächst erfolgt die Anmeldung mit Fieber messen und mit einer Prüfung, ob die betreffende Person geimpft werden darf. Danach findet ein Aufklärungsgespräch mit einem Arzt statt und im Anschluss dann die Impfung. Am Ende der Impfstraße soll der frisch Geimpfte noch im Wartebereich zur Beobachtung Platz nehmen. Ein Notarzt wird täglich anwesend sein.

Empfehlung der STIKO

„Der Impfstoff gegen das Coronavirus wird uns in der ersten Zeit nur in begrenzter Menge zur Verfügung stehen, deswegen können nicht alle, die sich impfen lassen möchten, dies auch direkt tun“, erläutert Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL).
Laut Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollen erst: 
- Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen,
- Personen im Alter von 80 Jahren und älter,
- Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen (z.B. in Notaufnahmen, in der medizinischen Betreuung von COVID-19 Patienten)
- Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu vulnerablen Gruppen (z.B. in der Hämato-Onkologie oder Transplantationsmedizin)
- Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege
und andere Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den Bewohnern
geimpft werden.

Die Impfstraßen

Autor:

Anja Jungvogel aus Hagen

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