Gibt es immer mehr Vandalismus im Kreis?

Der Kamener Ted Bartnik sprüht im Auftrag der GSW.
  • Der Kamener Ted Bartnik sprüht im Auftrag der GSW.
  • Foto: GSW
  • hochgeladen von Tobias Weskamp

Ein Sprengsatz beschädigt die Fassade der Sparkasse in Kamen, eine Glasscheibe einer Telefonzelle am Willy-Brandt-Platz wurde offenbar mit dem Telefonhörer malträtiert, Graffiti an vielen Häuserwänden - hat die Zerstörungswut bei uns zugenommen?

Mutwillige Zerstörung steht bei Vandalen hoch im Kurs. So werden schon mal Glasscheiben von Wartehäuschen zerschlagen. Auch Gulli­deckel wurden schon aus ihren Verankerungen gerissen, wodurch sich die Unfallgefahr erhöht.
Weniger zerstörerisch, aber nichtsdestotrotz schädigend sind Graffitis. Diese findet man häufig im öffentlichen Raum, auch auf den Verteilerkästen der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) Kamen-Bönen-Bergkamen. „Unsere Kästen sind beliebt für mehr oder weniger gelungene künstlerische Versuche“, sagt Unternehmenskommunikator Timm Jonas. Da es ein ungeschriebenes Gesetz in der Sprayer-Szene gibt, dass (gute) Graffiti nicht übersprüht werden, hat die GSW den Kamener Grafik-Designer Ted Bartnik beauftragt, die über 2.000 Kästen künstlerisch zu gestalten. Auch die Stadt Kamen hat auf Ted Bartniks Hilfe zurückgegriffen und etwa die Unterführung am Bahnhof mit einem Kamener Stadtbild verschönern lassen, wie Pressesprecher Hanno Peppmeier mitteilt. In Bergkamen ist Ted Bartnik ebenfalls aktiv, wie der 1. Beigeordnete Horst Mecklenbrauck beschreibt.

Ob es eine Zunahme an Straftaten gibt lässt sich nicht einheitlich sagen. Bei den Graffiti gibt es seit 2009 in Kamen einen leichten, in Bergkamen einen starken Anstieg, wie Polizeisprecherin Vera Howanietz mitteilt. In Bönen sei kein Trend auszumachen. Die Fahrzeugbeschädigungen sind in Kamen konstant geblieben, während es in Bergkamen auf und ab geht und in Bönen ein abnehmender Trend zu verzeichnen ist. Zerstörungen auf Straßen und Wegen sind in allen drei Orten deutlich gestiegen, teilweise um mehr als 200 Prozent. Die Täter sind vermutlich in den meisten Fällen Jugendliche, die etwa auf dem Nachhauseweg von der Disco ihre Aggressionen loswerden wollen, vermuten die betroffenen Unternehmen. Viele setzen dabei eine enorme Kraft ein. Eine Entschädigung ist oft nicht möglich: Viele sind mittellos. Die Ermittlungen müssen oft ergebnislos eingestellt werden, auch wenn jeder Einzelfall ärgerlich ist, wie Mecklenbrauck sagt. „Es bleibt trotz aller Bemühungen auf einem Niveau, das uns ärgert.“

Autor:

Tobias Weskamp aus Kamen

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