Keime im Geflügelfleisch (Interview)

Biobauer Friedrich Stemper betreibt einen Bioland-Hof in Bönen. Foto: Schiller

Kein Jahr ohne Lebensmittelskandal und natürlich gilt das auch für das Jahr 2012. Dieses Mal sind es Keime im Geflügelfleisch, von denen eine Gefahr für den Menschen ausgeht. Doch was bedeutet das im Klartext für den Einzelnen? Der Stadtspiegel sprach mit dem Bioland-Hof in Bönen.

Biobauer Friedrich Stemper nahm sich Zeit und stand Rede und Antwort zum Thema Biolandwirtschaft.
Stadtspiegel: Herr Stemper, wie lange wächst ein Bio-Huhn, bis es geschlachtet werden kann?
Friedrich Stemper: Geschlachtet werden fast nur Hähnchen und sie werden erst nach drei Monaten geschlachtet, so lange brauchen sie, bis sie das Gewicht von zwei Kilogramm erreicht haben.

Stadtspiegel: Müssen die Hähnchen ein besonderes Futter bekommen?
Friedrich Stemper: Nein, das müssen sie nicht. Sie wachsen ganz normal auf. Alle Tiere bekommen das gleiche Futter.
Stadtspiegel: Was passiert eigentlich, wenn bei Ihnen ein Hähnchen krank wird?
Friedrich Stemper: Im Gegensatz zu den großen Betrieben nehmen wir das erkrankte Tier und behandeln nicht den gesamten Bestand, wenn der gar nicht krank ist. Außerdem müssen wir jede Behandlung nachweisen. Das können die großen Betriebe nicht. Dort wird über das Trinkwasser behandelt.

Stadtspiegel: Haben Sie jetzt mehr Nachfragen nach Geflügelfleisch? Nennen Sie doch mal ein paar Beispiele.
Friedrich Stemper: Ja schon. Neulich hatte ich einen Anruf von jemandem, der sofort mehrere Hähnchen haben wollte. So geht das aber nicht. Das ist genauso, als wenn jemand anruft und vier Filets kaufen möchte. Ein Schwein hat aber nur zwei Filets und wir schlachten nur alle 14 Tage. Deshalb verstehen viele nicht, dass wir eben nicht alles vorrätig haben können.

Stadtspiegel: Was sagen Sie zu dem aktuellen Anbiotika­Skandal in der Geflügelproduktion?
Friedrich Stemper: Die können doch gar nichts anderes machen. Bei der Haltung müssen sie die Medikamente fast durchgeben bis zur Schlachtung.

Stadtpiegel: Wo sehen denn Sie die Lösung?
Friedrich Stemper: Die Bestände müssen reduziert werden. Die Tiere brauchen vor allem viel mehr Platz.

Stadtspiegel: Was muss ich denn für ein Hähnchen aus artgerechter Haltung bezahlen?
Friedrich Stemper: Wenn das Tier artgerecht aufgewachsen ist, dann kostet das Kilogramm Hähnchenfleisch etwa zehn Euro.

Autor:

Lokalkompass Kamen/Bergkamen/Bönen aus Kamen

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