Urlaub von der Japan-Katastrophe

Der Caritasverband für den Kreis Unna unterstützen die Aktion „Hilfe für Japan“. Eine Spendenaktion erbrachte die stattliche Summe von 536,41 Euro.
Anneliese Scheel, Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, hatte kreisweit an allen Caritas-Standorten eine Spardose aufgestellt. Den Spendenscheck über die Gesamtsumme von 536,41 Euro, die die Sammelaktion erbracht hat, konnte sie nun an Yoko Schlütermann, Präsidentin der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in der Auslandsgesellschaft NRW e.V. in Dortmund überreichen.
„Die Caritas hat uns bei allem schon so viel geholfen“, zeigt sich Schlütermann, die in Unna lebt, begeistert, „ich finde keine Worte dafür.“ Caritas-Geschäftsführer Franz-Josef Chrosnik freut sich ebenfalls über die Spendenbereitschaft seiner Mitarbeiter: „Sie sind sowieso schon sozial sehr engagiert, aber diese Summe hat mich sehr gefreut.“ Das Geld fließt in ein ganz besonderes Projekt: Für 100 Kinder aus der japanischen Krisenregion Fukushima nämlich sollen die anstehenden Sommerferien ein ganz besonderes Erlebnis werden. Am 26. Juli fliegen sie in die südlichste Präfektur des Landes, nach Okinawa, wo sie einen vierwöchigen Erholungsurlaub in einer Jugendherberge inmitten traumhafter Natur am Meer verbringen.
196.000 Euro betragen allein die Unterkunfts-, Verpflegungs- und Betreuungskosten für die Kinder und ihre 15 Betreuer aus dem strahlenverseuchten Fukushima für einen Aufenthalt von 28 Tagen. „Mit der Fluggesellschaft verhandeln wir gerade, ob die Kinder kostenlos oder zum halben Preis fliegen dürfen“, erklärte Yoko Schlütermann bei der Spendenübergabe. Es könnten also noch einmal 40.000 Euro an Kosten hinzukommen.
97.000 Euro hat die Gesellschaft inzwischen gesammelt. Zu Anfang gestaltete sich die Aktion „Hilfe für Japan“ indessen schwierig. „Wir wollten eigentlich sofort Kinder aus Fukushima holen“, schildert Schlütermann, „doch die Infrastruktur war zerstört, auch die Verwaltungen mussten zuerst wieder aufgebaut werden.“ Am 1. Juni habe man schließlich einen Aufruf in den japanischen Medien veröffentlicht, der sich an Eltern aus der Krisenregion richtete, die ihre Kinder über den Sommer nach Okinawa schicken möchten. In Fukushima wird es dann richtig heiß, alle Bäder sind wegen des Atomunfalls geschlossen und das Spielen an der frischen Luft ist gefährlich, der Strahlung wegen. Mehr als 400 Eltern sind dem Aufruf bereits gefolgt, doch es gibt nur 100 Plätze.

Autor:

Anja Jungvogel aus Unna

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