Was ist Jugendarbeit wert? - Auch Kamen streikt in sozialen Bereichen weiter

Möchten auf die Missstände in der Bezahlung sozialer Arbeit aufmerksam machen, engagieren sich beim bundesweiten Streik und gehen dafür die Straße: Kamener Sozialarbeiter bei einer Aktion auf dem Markplatz.
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  • Möchten auf die Missstände in der Bezahlung sozialer Arbeit aufmerksam machen, engagieren sich beim bundesweiten Streik und gehen dafür die Straße: Kamener Sozialarbeiter bei einer Aktion auf dem Markplatz.
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Im bundesweiten Streik der Gewerkschaft ver.di wird eine Neueinordnung der sozialen Berufe ins Tarifsystem gefordert. Die Arbeit von Erziehern und Sozialarbeitern soll mehr wert sein. Zur Zeit seien sie die schlechtbezahltesten Berufsgruppen in den Kommunen.

Seit dem 11. Mai sind städtische Jugendzentren, Kitas und weitere soziale Einrichtungen geschlossen. Ein Ende des Arbeitskampfs ist nicht in Sicht.
Da es nur in Bergkamen städtische Kitas gibt, sind es in der Region mit 70 Prozent der Streikenden vor allem Sozialarbeiter, die auf die Straße gehen. Bei der Stadt Kamen würde eine Tarifneueinordnung 25 Angestellten mit circa 10 Prozent Gehaltsanpassung zu Gute kommen. An den Gesamtpersonalkosten der Stadt beträgt der Anteil der betroffenen Personen circa 1 Prozent. Die Tarifverhandlung laufen jedoch auf der gesamten Bundesebene.

In Kamen ist vor allem die Betreuung von Jugendlichen betroffen

„Während unsere Verantwortung für Kinder und Jugendliche immer größer wird, bekommen wir am wenigsten Geld von allen akademischen Berufen“, mahnt Sabine Köhler von der Stadt. Ihre Kollegin Nesrin Sarer ergänzt: „Wir glauben, dass die Eltern uns verstehen“.
Ferit Altas, Leiter des JKC Kamen, wünscht sich hingegen mehr Unterstützung von Seiten der Bevölkerung: „Erst wenn sich die Bürger bei den obersten Dienstherren der Stadt beschweren, dann könnte was passieren“. Dabei wird von Altas die Frage aufgeworfen: „Was ist es eigentlich wert, wenn Jugendliche von Drogen wegkommen, wenn sie eine Perspektive bekommen und sich jemand um sie kümmert?“.

"Mir tun leid, die zum Beispiel ein Jahr auf ein Konzert gewartet haben, das nun ausfallen muss" (Ferit Altas, Leiter JKC Kamen)

In öffentlichen Aktionen und mit Unterschriftenlisten versuchen die Streikenden in Kontakt mit den Kamenern zu kommen. Als nächstes sind Programme vor dem JKC Kamen, dem FZ Lüner Höhe und dem Bürgerhaus Methler geplant.
Ein Ende des Streiks in den sozialen Einrichtungen ist nicht in Sicht.

Autor:

Steffen Korthals aus Kamen

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