Projekt „Lehrstollen 2019“ schafft Arbeitsgelegenheiten für Arbeitssuchende mit „Vermittlungshemmnissen“
„Abbrechquote liegt bei 0!“

Seit dem 1. Juli läuft das Projekt "Lehrstollen 2019" mit großem Erfolg. Fleißig sind die Teilnehmer bei der Sache.
  • Seit dem 1. Juli läuft das Projekt "Lehrstollen 2019" mit großem Erfolg. Fleißig sind die Teilnehmer bei der Sache.
  • Foto: Heike Cervellera
  • hochgeladen von Nadine Scholtheis

Erst am 1. Juli dieses Jahres startete das Projekt „Lehrstollen 2019“ und schon jetzt sind große Erfolge zu sehen. Die elf Teilnehmer arbeiten mit viel Eifer und Motivation an der Maßnahme, die vom TÜV Nord getragen wird. Zusammen mit dem Jobcenter, der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition und der Stadt wurden am ehemaligen Lehrstollen an der Friedrich-Heinrich-Allee Arbeitsgelegenheiten für Arbeitssuchende mit „Vermittlungshemmnissen“ geschaffen, denen sich derzeit keine berufliche Perspektive bietet.
„Wir freuen uns, diese Maßnahme hier durchführen zu können. Die Teilnehmer sind komplett angekommen“, so Jean-Pierre Ditzler, Leiter des TÜV Nord-Bildungszentrums Kamp-Lintfort. „Insgesamt werden 12 Projektplätze angeboten. Einer ist noch frei.“
Für die elf Teilnehmer im Alter zwischen 28 und 58 Jahren, werden verschiedene Arbeitsbereiche innerhalb des Zechenareals angeboten. Die Idee, die dahinter steckt: Kompetenzen und Einsatzmöglichkeiten der Teilnehmenden zu ermitteln und deren Eignung zu eruieren. Hier wird fleißig gewerkelt. Entrostet, ausgebeult, grundiert, lackiert und vieles mehr. Zudem erstrecken sich die Aufgaben der Maßnahmeteilnehmenden auch auf Planungs-, Entwurf- und handwerkliche sowie pflegerische Tätigkeiten. „Die Teilnehmer kommen aus den unterschiedlichsten Berufsbranchen, wie unter anderem Maler und Lackierer und Trockenbauer, sind hochmotiviert und arbeiten qualitativ hochwertig. Innerhalb von nur knapp drei Monaten konnte bereits vieles geschafft werden. Wir sind total begeistert vom Elan und der Qualifiaktion der Projektteilnehmer. Zudem arbeiten sie sauber und ordentlich. Ein Gutachter hat sich alles angesehen und hatte nichts zu beanstanden. Für uns ist die Zusammenarbeit ein echter Glücksfall. Wir sind sehr dankbar“, erklärt Norbert Ballhaus, Vorsitzender der „Fördergemeinschaft für Bergmannstradition, Linker Niederrhein“. Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Moers freut sich aus gutem Grund, denn auch das alte Pumpenhaus, das neben dem Lehrstollen steht, wird von den Maßnahmeteilnehmern restauriert, verschönert und gepflegt. Hier wird an das Projekt „Lehrstollen 2019“ angeknüpft, im denkmalgeschützten Pumpenhaus soll demnächst ein kleines Bergbaumuseum entstehen. 750 alte Grubenlampen, 7000 Bücher sowie zahlreiches Bild-und Filmmaterial sollen in Vitrinen und Regalen dort ihren Platz finden. Führungen durch das Museum soll es ebenfalls geben.

Historischer Zaun wird wieder hergerichtet

Auch der alte historische schmiedeeiserne Zaun, der das Zechengelände umgibt, wird im Projekt wieder hergerichtet. „Der sieht dann wieder aus wie früher. Er ist gute 100 Jahre alt“, schwärmen die Mitglieder der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition.
Ausbilder Wolfgang Baum zieht nach den knapp drei Monaten eine sehr positive Bilanz: „Die Fähigkeiten der Arbeiter sind vielfältig. Sie haben alles selbstständig organisiert und geplant. Auch die Teamfähigkeit ist einfach klasse, die Arbeit läuft harmonisch ab. Und: Die Abbrechquote liegt bei 0. Alle Teilnehmer sind von Anfang an dabei.“
Die Maßnahme geht am 31. Dezember dieses Jahres zu Ende. Grundsätzlich sind alle Beteiligten, wie auch die Teilnehmer an einer Verlängerung interessiert. Arbeit sei genug da, heißt es. „Es kann aber auch sein, dass ein oder mehrere Teilnehmer bereits eine Stelle in Aussicht haben. Bei einer Verlängerung der Maßnahme würden dann neue Teilnehmer nachrücken“, so Angela Preuß, Bereichsleiterin beim Jobcenter Wesel.

Zur Information: Bei der Arbeitsgelegenheit (AGH) mit Mehraufwandsentschädigung im Projekt Lehrstollen 2019 handelt es sich um eine nicht sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, bei der die Teilnehmenden zusätzlich zum Arbeitslosengeld II eine Mehraufwandsentschädigung erhalten. Diese soll den Teilnehmern die durch den Zusatzjob enstehenden Aufwendungen ersetzen. Ziel des Projektes ist, sie durch einen niedrigschwelligen und praxisorientierten Einstieg an den Arbeitsalltag heranzuführen. Belastbarkeit und Einsatzfähigkeit können getestet und ein neues Selbstwertgefühl aufgebaut werden.
Der Lehrstollen wurde Anfang der 1970er Jahre von Lehrlingen der Zeche Friedrich-Heinrich erbaut. Auf einer Grundfläche von 50 mal 50 Metern wurde eine Streckenlänge von 230 Metern geschaffen. Das Bauwerk gilt als das einzige seiner Art am linken Niederrhein. Im Außengelände neben dem Lehrstollen sind Exponate wie die Gruben-Akku-Lok, die Grubenwehr-Seilwinde, das Grubenfahrrad, die Betonpumpe, der Teufgreifer, der Teufkübel, der Bogenausbau und mehr ausgestellt.

Autor:

Nadine Scholtheis aus Moers

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