Weltweite Musikalienfunde zu Gast in Hoerstgen: Am Sonntag, 30. September erklingt die alte Hoerstgener Orgel (1731) im Rahem der Muziekbiennale

Wann? 30.09.2018 17:00 Uhr

Wo? Evangelische Kirche Hoerstgen, Dorfstraße, 47475 Kamp-Lintfort DEauf Karte anzeigen
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Die älteste spielbare Orgel des Niederrheins steht in Hoerstgen und stammt aus dem Jahr 1731
Kamp-Lintfort: Evangelische Kirche Hoerstgen | Weltweite Musikalienfunde zu Gast in Hoerstgen
Am Sonntag, 30. September erklingt die alte Hoerstgener Orgel (1731) im Rahem der Muziekbiennale

Für Freunde guter Musik verbirgt sich hinter dem Ortsnamen „Hoerstgen“ weit über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus ein Superlativ: In der Evangelischen Dorfkirche des westlichsten Stadtteils von Kamp-Lintfort steht die älteste spielbare Orgel der Niederrhein-Region. Der Ratinger Orgelbauer Thomas Weidtmann hat sie im Jahr 1731 gebaut, und seit ihrer Restaurierung durch Jürgen Ahrend im Jahr 1971 zeigt ihr Klang wieder seine ganze, ursprüngliche Schönheit: Mit handgeschöpftem Wind, einer unverkennbaren, alten Stimmung und der ursprünglichen Pfeifendisposition.
Am Sonntag, den 30. September wird das Juwel ab 17.00 Uhr im Rahmen einer Koproduktion zwischen Muziek-Biennale Niederrhein und Folkwang-Universität der Künste konzertant zu hören sein.
Inspiriert vom Festivalmotto „Verboten“ haben sich Kadra Dreizehnter, Melchior Kupke und Christian Tölle, allesamt Studierende mit Schwerpunkt „Alte Musik“, unter Betreuung von Wolfgang Kostujak auf eine weltweite Spurensuche nach Bearbeitungen des Kirchenliedes „Dies sind die heil’gen zehn Gebot“ von Martin Luther begeben.
Neben Prachtstücken des Repertoires von Johann Pachelbel, Johann Gottfried Walther und dessen Großcousin Johann Sebastian Bach hat die Recherche zwischen New Haven, Bruxelles, Gdansk und Berlin auch Handschriften zutage gefördert, die bis vor ein paar Monaten noch ein Schattendasein unter dem Staub der Jahrhunderte fristeten, von Johann Michael Bach etwa, einem älteren Verwandten Johann Sebastians, oder von dem Telemann-Schüler Caspar Daniel Krohn, aber auch einige bemerkenswerte Tabulaturen aus dem Nachlass des Lüneburger Johannis-Organisten Franz Schaumkell aus dem 17. Jahrhundert.
All das wird nun – wahrscheinlich zum ersten Mal seit mehreren hundert Jahren – zu hören sein, nachdem die Studierenden das Material aufwändig dechiffriert, die Werke sorgfältig geprobt und speziell für die Bedingungen des Hoerstgener Instrumentes einregistriert haben.
Dass der Wind bei diesem Anlass aus dem historischen Blasebalg kommt, versteht sich eigentlich von selbst. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. Am Ausgang wird eine Kollekte erbeten.
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