Die Geschichte der Juden in Kleve

In der Einkaufpassage zeigt Helga Ullrich-Scheyda ehemalige Häuser und Geschäfte von Klever Juden.
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  • In der Einkaufpassage zeigt Helga Ullrich-Scheyda ehemalige Häuser und Geschäfte von Klever Juden.
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Mit fast 30 Leuten begann die Führung am Sonntag, dem 3. August zur Geschichte der Klever Juden. Die Leiterin, Helga Ullrich-Scheyda ist freiberufliche Historikerin. Vor 29 Jahren kam sie nach Kleve und begann sich mit der Geschichte der Juden in Kleve zu befassen. Die 55 jährige Geschichts-Absolventin veröffentlichte bereits mehrere Bücher, unter anderem im Jahr 2000 ein Buch über berühmte Klever Frauen, womit sie ihre erste Stadtführung beim Klever Marketing begann. Mittlerweile macht sie andere Frührungen: „Die dunkle Seite von Kleve“, „Kleve und Preußen“, „Der Klever Hafen“ und die „Jüdische Geschichte in Kleve“.

Die Führung beginnt an der Gedenkstätte der Judenverfolgung, der zweiten Klever Synagoge, die 1821 als repräsentative Synagoge an einer exponierten Stelle im Zentrum der Stadt erbaut wurde. Das spiegelt den damaligen Stand der Juden wieder. Denn unter der Herrschaft der Franzosen setzte sich eine Bewegung der Gleichberechtigung in Gang. Aber mit den Nationalsozialisten endete sie. 59 Namen, nämlich die der deportierten Juden stehen auf kleinen Täfelchen. Mindestens sechs Namen fehlen, nach Ullrich-Scheydas Recherchen. Einige Namen hören wir später wieder, als Ullrich-Scheyda auf die Familien eingeht, uns zeigt wo sie wohnten und wo ihre Geschäfte standen.

Neben dem Synagogenplatz, wo einst die Jüdische Schule stand, soll jetzt ein Haus der Begegnung entstehen, zur Erinnerung und Förderung von interkulturellen Kontakten. Auf dem Jüdischen Friedhof endet die Führung. Der Friedhof aus dem 17. Jahrhundert wurde in der Wallgrabenzone erbaut. Bei den Juden war es schon damals üblich, Menschen außerhalb der Stadtmauern zu begraben, da sie auch in wärmeren Regionen zu Hause waren. Der Friedhof war ursprünglich viel größer, aber nachdem er zerstört war, wurden die noch intakten Grabsteine willkürlich wieder aufgestellt. Hedwig Müller, eine Jüdin in Mischehe die später zum Christentum konvertierte um den Druck der Nazis zu senken und 1944 aus Kleve fort ging, wurde noch 1969 auf dem schon geschlossenem Jüdischen Friedhof beerdigt. Heute gibt es in Kleve keine Jüdische Gemeinde mehr.

Autor:

Ann-Mareike Kellinghusen aus Kleve

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