Emmerich - Kleve - Goch - Niederrhein: Eine neue Weidezaungeschichte vor dem 1. Advent

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Ich liebe diese alten, robusten, oft auch ausgezehrten, ausgehagerten, zuweilen auch bizarren, kantigen grauholzigen Eichenpfähle des Weidelandes vor allem hier am Niederrhein. Aber leider beobachte ich das der Rückgang dieser knorrigen, ganz und gar individuellen Gestalten in den letzten Jahren rasante Formen angenommen hat. Denn leider brauchen die großräumigen Mähwiesen keine Weidezaunpfähle. 
Die Ausrichtung der landwirtschaftlichen Nutzfläche nach dem „brutalen" Leitziel der Maschinentauglichkeit lässt kaum noch Platz für „krause und krumme" Kleinstrukturen in unserer Landschaft! 
Ein Hoch daher auf die alten, ausgezehrten, rauhen und so herrlich langlebigen Gestalten der Weidezaunpfähle, wo immer es sie noch gibt in der Landschaft. Sie verdienen aus vielerlei Hinsicht unsere Aufmerksamkeit. Sie zu würdigen ist Kulturschutz, mit hohem Wert auch für ein komplexes Artengefüge in den verbleibenden Resten der Wiesen- und Weidelandschaft.
Was mir durch den Kopf geht beim Anblick der teilweise über 50 Jahre alten Weidezaunpfähle in unserem Lebensraum und unser Umgebung und je nach Jahreszeit, Tageszeit und aktueller Witterung bieten die Weidezaunpfähle noch so manch anderes überraschendes Erlebnis für den aufmerksamen und behutsam herantretenden Beobachter. 
Da raspelt auch schon mal eine Hornissenkönigin Anfang Mai am graufaserigen Holz Baumaterial ab für ihr gerade gegründetes Nest irgendwo in einer Baumhöhle oder einem Feldschuppen in der näheren Umgebung. Und wer Geduld hat und nach ihrem Abflug eine Weile wartet, kann beobachten, dass sich das Schauspiel wiederholt. Auch Wespenvölker finden hier ihr Baumaterial.
Aber auch für viele Vögel der offenen Wiesenlandschaften stellen alte Weidezaunareale bevorzugte Lebensräume dar. Für Braunkehlchen und Baumpieper, Goldammer und Feldlerche, Mäusebussard und Bekassine u.v.a. sind Eichenzaunpfahllandschaften mit ungeräumten Grabenzügen neben dem Zaun und kleinen Buschgruppen, die sich im „Schutz" des Stacheldrahtes entwickeln konnten, hoch attraktive Biotopelemente für eine Besiedlung. 
Ein neugieriger Blick aus der Ferne wie aus der Nähe auf die „ergrauten" Gestalten lohnt sich also allemal!
In diesem SInne wünsche ich Euch allen einen schönen und geruhsamen 1. Advent. Christian

Autor:

Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein

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