Hausärzte warnen vor "Rumpfkrankenhaus" in Kleve

Die Klever Hausärzte haben große Bedenken gegen die komplette Verlegung
der Klever Bauchdiagnostik und -operationen nach Goch:

Offener Brief an:

Kuratorium des St.Antonius Hospital Kleve
Ärztliche Direktorin des St. Antonius Hospital Frau Dr. Mosch
Herr Dr. Enders
Presse

Sehr geehrte Damen und Herren

Als hausärztlich tätige Ärzte in Kleve und Umgebung haben wir aus der Zeitung von der geplanten Verlegung der Allgemeinchirurgie und der Endoskopie zur Rettung des Gocher Krankenhauses erfahren. Aus unserer hausärztlichen Sicht wären diese Schritte nicht zum Wohl der von uns betreuten Patienten.

Das Krankenhaus Kleve wird zu einem Rumpfkrankenhaus mit unvollständigem Behandlungsspektrum heruntergestuft. Die von uns betreuten und in das Krankenhaus eingewiesenen Patienten sind in der Mehrzahl älter und leiden an mehreren Erkrankungen. Daher sind diese Patienten auf Mitbehandlung durch andere Fachabteilungen angewiesen. Gerade bei dieser Mitbehandlung stehen endoskopische und chirurgische Leistungen an erster Stelle. Diese ärztlichen Leistungen stehen in Zukunft im Krankenhaus Kleve nicht mehr zur Verfügung. Dadurch können unklare Krankheitsbilder oder Notfälle von uns in Zukunft nicht mehr mit gutem Gewissen in das Krankenhaus Kleve eingewiesen werden. So ist zum Beispiel die Diagnostik und Behandlung eines Patienten mit z.B. unklaren Bauchschmerzen im Krankenhaus Kleve nicht mehr möglich. Solche Patienten müssten daher sofort nach Goch, Emmerich oder in andere geeignete Krankenhäuser zum Beispiel in den Niederlanden eingewiesen werden.

Ein Kreiskrankenhaus in einer Stadt mit 50000 Einwohnern ohne allgemeine Chirurgie und endoskopische Leistungen wird seiner Aufgabe als wohnortnahes Krankenhaus nicht gerecht und ist auf Dauer wohl kaum lebensfähig. Der Krankenhausstandort Kleve und damit auch die Stadt werden durch dieses Handeln sehr geschwächt.
Unseren Patienten und ihren Angehörigen werden durch die Umstrukturierung weite Anfahrtswege zugemutet, die insbesondere für ältere Patienten nicht zumutbar sind.
Wir können die getroffenen Entscheidungen nicht nachvollziehen und möchten sie bitten für eine wohnortnahe Versorgung unserer Patienten die getroffenen Entscheidungen zurückzunehmen.

Gezeichnet
Interessengemeinschaft Klever Hausärzte, im einzelnen:

S.Hilbertz, U.Hilbertz, H.G.Lingens, B.Lingens, R.Beckmann, W.Bong, A.Littauer-Holderer, A.Tang Bayock, M.Bergau, J,Nowottnik, H.Amjadi, M.Souvignier, R.Tobisch, U.Hellermann-Tobisch, C.Schiffer, H.Woitge, M.Ernst, M.Trübenbach, S.Bleser, H.Pfluger, M.Beeker, A.Fischer, W.Holtzhausen, M.Pelzer, M.Kroll, H.Berens, J.Hußmann, N.Rommen, C.Martens, I.Stroh, C.Braun

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