Heute Stolpersteinverlegung
Wie waren eigentlich die Lehrer des Klever Gymnasiums während der NS-Zeit drauf?

Der Verein Haus Mifgash lädt am morgigen Sonntag zur fünften Stolpersteinverlegung in Kleve ein. Das Foto zeigt die Initiatoren Helga Ullrich-Scheyda, Vorsitzender Ron Manheim, Lehrer Nils Looschelders und Edmund Verbeet.
  • Der Verein Haus Mifgash lädt am morgigen Sonntag zur fünften Stolpersteinverlegung in Kleve ein. Das Foto zeigt die Initiatoren Helga Ullrich-Scheyda, Vorsitzender Ron Manheim, Lehrer Nils Looschelders und Edmund Verbeet.
  • hochgeladen von Klaus Schürmanns

Eine besondere Geschichtsstunde wird es am Sonntag, 17. März, rund um das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium geben: Ab 15 Uhr wird der Künstler Gunter Demnig weitere 15 Stolpersteine in Kleve verlegen.
Wir wissen wenig über den Berufsstand der Lehrer während der Zeit des Nationalsozialismus in Kleve. Haben Lehrer des Klever Gymnasiums mit Rassismus, Judenfeindschaft und Hetze gegen Verfolgte das Mordprogramm begleitet? Was wurde in die Köpfe der Schülerinnen und Schüler "reingehämmert"? Ausgerechnet die Klever Lehrer selbst haben bis jetzt ihre Vergangenheit aber nicht systematisch aufgearbeitet.

Einfach "rausgeekelt"

Mit der fünften Stolpersteinverlegung will der Verein Haus Mifgash Kleve e.V. diesmal an das Schicksal jüdischer Schüler erinnern, "die der Schule verwiesen oder erst überhaupt nicht aufgenommen wurden", so Edmund Verbeet.
Einer davon war Kurt Sucher, der von seinem Klassenlehrer Hans Schwarz aus der Klasse "rausgeekelt" wurde, weil er Jude war. Das Zeugnis von 1933 fand Nils Looschelders, Lehrer am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, im Archiv der Schule. Fast nur Zweien, also ein sehr guter Schüler. Aber er wurde gezwungen, das Klever Gymnasium zu verlassen. Er war Jude. Dabei wollte er doch Medizin studieren. 1939 wanderte er nach England aus. "Er hat immer an Kleve gehangen, war aber über seinen Rausschmiss von der Penne zeitlebens wütend." Das erfuhr Nils Looschelders von Suchers Tochter Patricia, die am Sonntag aus England anreist und im Beisein von BBC-Reportern der Verlegung der Stolpersteine an der Brabanter Straße 24 verfolgen wird.
Die ersten Stolpersteine werden um 15 Uhr an der Lindenallee 6 für die Familie Mayer gelegt. Weitere Steine sollen an der Lindenallee 19 an Julius Linhardt sowie an der Römerstraße 28 für die Familien Rosenberg und Spier eingelassen werden.
Vorsitzender Ron Manheim sieht es als wichtige Aufgabe des Vereins Haus Mifgash an, "immer daran zu erinnern, was passiert ist." Nur so könne die Zukunft gestaltet werden.
Die Abschlussveranstaltung beginnt um 16.15 Uhr im Freiherr-vom Stein-Gymnasium. Schüler haben das Programm vorbereitet. Mehr Informationen unter  http://mifgash.de/erinnern/stolpersteine/

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