Altes Schiffswrack De Hoop - Raubgräberei ist KEIN Kavaliersdelikt!

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Am vergangenen Sonntag stand bei einem Pegel von 53 cm wiedermal eine kleine Wanderung am Rhein entlang mit Besuch des Wracks „De Hoop“ bei Salmorth an. Für alle, die die Geschichte des Wracks noch nicht kennen, verweise ich auf den interessanten Bericht von Günter van Meegen aus 2011:

http://www.lokalkompass.de/kleve/kultur/wrack-im-rhein-extrablatt-1895-geschichte-ganz-nah-d115322.html

Nur bei Niedrigwasser zu sehen, ist es für mich immer wieder Geschichte pur, sich die Überreste des Schiffs oder der Schiffe anzusehen und davon Fotos bei verschiedenen Lichteinfällen zu machen. Oft male ich mir auch aus, welche Schicksale sich hinter den getöteten Schiffern verbergen, wie die Überlebenden damals mit den Eindrücken weitermachen mussten.

Daher ist es mir großer Wunsch und Anliegen, dass noch viele Generationen den Reiz dieses Ortes auf sich wirken lassen können und Klever Geschichte somit lebendig bleibt.

Schockerlebnis

Daher war ich letzten Sonntag umso entsetzter, als ich schon von weitem drei Leute in der Nähe des / der Wracks bemerkte, die, bewaffnet mit einem Metalldetektor, der auch immer wieder anschlug, und einer Schaufel, mit der daraufhin emsig gegraben wurde, Sachen aus dem Boden in einer Plastiktüte verschwinden ließen. Das kann ja wohl nicht wahr sein!

Da mir die Rechtslage nicht geläufig war, konnte ich leider schwerlich dazu Stellung beziehen. Sie waren recht freundlich, ließen uns aber nicht in ihre Tüte blicken. Bei der Fotografie des Schiffs gelang es mir auch, Bilder von den Leuten, die übrigens mit niederländischem Akzent sprachen, zu machen.

Informieren, Meinung bilden, mitreden/-schreiben

Die Sache ließ mir keine Ruhe und so wandte ich mich noch am selben Abend an einen LK-Kollegen sowie unseren Redakteur, die mich beide an das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege verwiesen. Dort geriet ich an sehr freundliche, geduldige ;-) und hilfsbereite Mitarbeiter, von denen ich die folgenden Informationen erhielt:

Das Suchen nach Bodendenkmälern, wie es hier ja eindeutig der Fall war, ist in jedem Falle genehmigungspflichtig! Was wir beobachtet haben, ist mutwillige Zerstörung, ggfs. Unterschlagung und somit eine Ordnungswidrgkeit / Straftat! Für alle, die so etwas beobachten, sei es am Schiffswrack oder wo auch immer, gilt - am besten SOFORT die Polizei verständigen (denn sonst sind sie, wie hier, über alle Berge) und sich fernhalten, denn nicht selten können die selbst ernannten Sondengänger oder Schatzsucher aggressiv sein!

Wie ich weiter erfuhr, kommen in manchen Gegenden, beispielsweise um Xanten herum, die Raubgräber, so sei die Bezeichnung für diese Spezies, in Bussen, würden ganze Äcker absuchen und somit archäologische Fundstellen zerstören.

Herzliche Bitte

Meine herzliche Bitte - solltet Ihr / sollten Sie so etwas beobachten, bitte wie oben geschildert vorgehen. Nur so kann dazu beigetragen werden, schützens- und sehenswerte Denkmäler dauerhaft zu erhalten.

Weitere Links zum Thema, die ich gerade herausgesuch habe:

http://www.bodendenkmalpflege.lvr.de/de/bodendenkmal/vorsicht_raubgraeber/vorsicht_raubgraeber_.html

und

http://www.bodendenkmalpflege.lvr.de/de/aktuelles/presse/2013/12_juli_2013.html

Autor:

Christiane Bienemann aus Kleve

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