"Neu-Neoklassizismus"-Baustil in Kleve

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Heute habe ich mir den Neubau der „Volksbank Kleverland“ am Spoykanal mal angeschaut. Es wird noch fleißig am Gebäude gearbeitet, aber man sieht schon ganz genau, wie dieses neue Hauptverwaltungsgebäude aussehen wird. Im Erdgeschoss werden aber normale Bankgeschäfte mit Privatkunden erledigt. Es ist ein klassizistischer Palast mit geradlinigen Formen. Das ist wenigstens der Eindruck, wenn man den ersten Blick darauf wirft. Der neoklassizistische Baustil ist in Kleve beliebt. In der Tiergartenstraße stehen mehrere historische Villen, die in neoklassizistischem Stil errichtet worden sind.
Die Kalkarer Architekten Ader & Kleemann haben daran vielleicht bei ihrer Planung des Hauptverwaltungsgebäude am Minoritenplatz an gedacht. Aber es sind moderne Architekten. Die wollten die reine symmetrische Fassadengliederung – womit der Klassizismus bekannt ist – nicht in 2015 durchführen. Beim zweiten Blick auf den Neubau sieht man das. Die Baumasse besitzt zwischen der fünften und sechsten Fensterachse einen Knick und im Erdgeschoss befinden sich an der Frontfassade an der Westseite des Gebäudes zwei Säulen und an der Ostseite nur eine. Diese setzten sich an den Seitenfassaden fort. Damit wird die Symmetrie durchbrochen.
Auch vor dem ersten Obergeschoss springen Säulenreihen hervor.
Die Säulen tragen keinen Architrav, Fronton und Tympanon wie es bei den Antiken der Fall ist. Sie sind die einzigen Markmalen des Klassizismus. Nennen wir den Stil dieses Gebäudes deshalb „Neu-Neoklassizismus“.
Ein Tempel ist das Hauptverwaltungsgebäude der Klever Volksbank jedenfalls nicht geworden.
Heute wurden die Riesenbuchstaben des Namens der Bank ganz oben an der Fassade befestigt.

Autor:

Eelco Hekster aus Kranenburg

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