Norbert Gerding ist nach 35 Jahren im Dienst des Caritasverbandes Kleve im Ruhestand
Ein Gesicht der Caritas

Mit Norbert Gerding ist ein Gesicht des Caritasverbandes Kleve in den Ruhestand gegangen.
Foto: Caritasverband Kleve
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  • hochgeladen von Christian Schmithuysen

KLEVE. Der Abschied ging ihm ganz nah. Als Norbert Gerding nach dem Wortgottesdienst in der Kapelle der Wasserburg Rindern ans Mikrofon trat, zitterte seine Stimme und wackelten die Knie. „Damit habe ich nun doch nicht gerechnet“, sagte er. Er blickte zurück, er blickte nach vorn und bedankte sich bei allen mit einem kleinen Engel als Schlüsselanhänger.

Norbert Gerding ist ein Gesicht des Caritasverbandes Kleve. 35 Jahre lang hat er für den Wohlfahrtsverband gearbeitet. Er hat die Gemeindecaritas nicht nur aufgebaut, sondern im Nordkreis etabliert. Echte Pionierarbeit im Miteinander von verbandlicher Caritas und Caritas in den Pfarreien geleistet.

Und in all den Jahren unzählige Projekte auf den Weg gebracht. „Urlaub ohne Kofferpacken“, Ferienfreizeiten für sozialbenachteiligte Familien, „Eine-Millionen-Sterne“-Aktionen oder die Erstellung des Armutsberichts „Not-Wendigkeiten“ für den Kreis Kleve. Er sowie sein Freund und Weggefährte Diakon em. Werner Kühle, der auch den Wortgottesdienst gestaltete, erinnern sich noch ganz genau: Daraus ist die Arche in Goch entstanden. Im Laufe der Jahre sind weitere Tafeln wie das Café Konkret in Uedem und der Fair-teiler in Bedburg-Hau, jeweils in ökumenischer Trägerschaft, hinzugekommen. Seit 2003 ist Norbert Gerding zudem für das Freiwilligen-Zentrum (FWZ) zuständig. Hier denkt er gerne an den „Marktplatz der guten Geschäfte“ zurück.

Vorstand Rainer Borsch, der seit 2015 für den Caritasverband Kleve tätig ist, verbindet Nobert Gerding vor allem mit der Flüchtlingskrise. „Damals hat Norbert Gerding alles getan, damit sich die Situation vor Ort verbessert“, sagt Borsch. Gerding selbst kann sich noch gut an den Anruf der damaligen Klever Sozialamtsleiterin und späteren Bürgermeisterin Sonja Northing erinnern. „Jetzt haben wir den Salat, wir kriegen eine Notunterkunft für Flüchtlinge“, habe sie gesagt. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, hat er nach vorne geschaut, organisiert, gemacht, getan. „Der Kümmerer“, so beschreibt auch Werner Kühle seinen Freund. Dass diese Bezeichnung mehr als zutreffend ist, beweist nun sein erster ehrenamtlicher Einsatz für den Caritasverband. „Weil eine Mitarbeiterin des Kontaktcafés krank ist, holt Norbert Gerding momentan die Brötchen bei der örtlichen Bäckerei ab“, sagt Rita Fergen, Fachbereichsleiterin Soziale Hilfen. Als Diakon in der Pfarrei Zur Heiligen Familie wird er ebenfalls weiterhin tätig sein.

Geboren wurde Norbert Gerding im Ruhrgebiet. Er ist gelernter Bauzeichner und hat Sozialpädagogik in Köln studiert. Schon immer war er in einer Gemeinde aktiv. Dort hat er auch sein Anerkennungsjahr gemacht. In der kirchlichen Jugendarbeit im Bistum Essen. Anfang der 80er Jahre – Norbert Gerding war zu diesem Zeitpunkt Ende 20 – wollte er sich verändern. „Ich dachte mir, auch ich werde älter, ich kann nicht ein Leben lang Jugendarbeit machen.“ Er schaute sich um im Münsterland und landete mit der neu geschaffenen Stelle Gemeindecaritas beim Caritasverband Kleve.

Ein Kinde des Ruhrgebiets

Seinen Abschied hier in Kleve hatte sich Norbert Gerding eigentlich ganz anders vorgestellt. Er war es, der seit einigen Jahren in der Adventszeit zu einem Morgenimpuls mit anschließendem Frühstück ins Kontaktcafé einlud. So wollte er sich auch von seinen Kollegen, Freunden und Weggefährten offiziell verabschieden.

Doch dann kam Corona. An eine große Feier war nicht zu denken, auf einen Empfang wurde ebenfalls verzichtet. Stattdessen gab es einen kleinen, aber feinen Wortgottesdienst in der Kapelle der Wasserburg Rindern. Und Spenden zu Gunsten des Kontaktcafés. So hatte es sich Kümmerer Norbert Gerding gewünscht.

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Lokalkompass Kleve aus Kleve

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