Gesund essen und kochen

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Wer kann sich unter Fettangaben auf einer Packung Lebensmittel wirklich etwas vorstellen? Wenn Ute Holz, die hauswirtschaftliche Fachkraft im LVR-HPH-Wohnverbund Karl-Leisner-Straße, die Inhalte erklärt, wird’s deutlich. Mit kleinen Gläsern und Öl demonstriert sie den Fettgehalt in vielen leckeren, aber leider auch sehr ungesunden Lebensmitteln.
Straelen: LVR-Wohnverbund Karl-Leisner-Straße |

Das Marmeladenbrot morgens geht gerade noch. Etwa ein Würfelzucker befindet sich in der Schicht auf Brot oder Brötchen. Aber dann wird’s kritisch. Wer mit einer Schnitte nicht auskommt, und das nächste mit Frischkäse, Salami oder gar einem leckeren Camembert futtert, der packt auf den Zucker noch eine Menge Fett obendrauf. Viel mehr, als die Frauen und Männer im LVR-HPH-Wohnverbund Karl-Leisner-Straße gedacht haben. Der Aha-Effekt ist der, auf den Ute Holz setzt. Sie ist die hauswirtschaftliche Fachkraft im Wohnverbund und setzt sich einmal pro Monat mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses zusammen, um über gesunde Ernährung, über die richtige Zubereitung von Speisen und noch mehr rund um Küche und Kühlschrank zu sprechen.

Nicht ohne Grund. 20 Frauen und Männer leben im LVR-Wohnverbund und im Ambulant Betreuten Wohnen an der Karl-Leisner-Straße, sagt Teamleiterin Elke Hinkelmann, sie alle seien sehr selbstständig und wollten irgendwann auch einmal in einer eigenen Wohnung leben. Wer alleine lebt, muss sich versorgen können.
Schon jetzt, ergänzt Ute Holz, kochten viele aus der Runde bereits selbst. Außerdem begleitet jeder in regelmäßigen Abständen die Essenszubereitung, da sei es nicht verkehrt, wenn jeder wisse, wie Lebensmittel zu händeln seien oder wohin was im Kühlschrank gehöre. An diesem Abend geht es um die Ernährungspyramide. Dazu hat Ute Holz viele bunte Bilder mitgebracht, auf denen die verschiedensten Lebensmittel abgebildet sind. Wie Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, aber auch Chips und Cola. Mmh, lecker, lautet der Kommentar am Tisch. Aber da sie in der Theorie alle bereits sehr fit sind, wissen sie, dass Chips und Cola zwar gut schmecken, aber ungesund sind - zu viel Zucker, zu viel Fett. Und dass natürlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukte oft gegessen werden sollen, Eier, Fisch und Fleisch seltener und Chips und Co. am besten gar nicht. Aber eine kleine Sünde ab und an ist erlaubt. Christian Lipke weiß, wovon er spricht. Er hat in den vergangenen Monaten zehn Kilo abgenommen. „Weniger essen und mehr bewegen.“ Ute Holz’ Botschaft ist also angekommen. „Das ist genau die richtige Kombination“, lobt sie.
Doch wer kann sich schon wirklich genau vorstellen, was sich hinter den Inhaltsangaben auf den verschiedenen Wurst- und Käsepackungen versteckt? Und wie viel Fett steckt eigentlich in einer Pizza? Drei kleine Gläser voll mit Öl. Ute Holz weiß, wie sie ihre Zuhörerinnen und Zuhörer fesseln kann. Auf der Küchenwaage stehen drei kleine Gläser, die füllt sie mit Öl, um zu demonstrieren, wie viel Fett in der Pizza steckt, außerdem schlägt diese mit rund 1000 Kalorien zu Buche. Schweigen am Tisch, das hätte keiner gedacht.

Hat denn jetzt einer der Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch Hunger? Auf jeden Fall. Denn nach der Theorie folgt die Praxis. Das Abendessen. Eine Reispfanne mit Huhn und Gemüse. Gekocht wird selbst. Schürze an, Handschuhe her, und los geht’s. Braten, schnibbeln, abschmecken. Und da zeigt sich, dass die vielen Infos auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Weil jeder genau weiß, was zu tun ist. Schon fast ohne Anleitung.
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