Zeitzeugin bei Stolpersteinverlegung: "Alle haben geweint"

Zeitzeugin  Elli Rübo (l.), Helga Ullrich-Scheyda
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Es ist die vorletzte Verlegestelle an diesem Vormittag. Aktionskünstler Gunter Demnig lässt vor dem Haus an der Hagsche Poort 10 gerade einen Stolperstein für Josefine Klein ein. Über diese ehemalige jüdische Mitbürgerin ist der Abbeitsgruppe Geschichte des Vereins "Haus der Begegnung - Beth HaMifgash" nicht viel bekannt. Plötzlich öffnet sich die Haustüre. Elli Rübo und ihre Schwester Marta Tönnissen treten hervor. Beide sind Zeitzeugen. Sie standen mit ihren Eltern in der Diele, als Josefine Klein am 23. Juni 1942 aus ihrer Wohnung abgeholt und in das Ghetto Theresienstadt deportiert wurde. "Alle haben geweint", sagt Elli Rübo. Aus Theresienstadt transportierte man sie am 18. Dezember 1843 ins Vernichtungslager Ausschwitz, wo sie vermutlich kurz nach ihrer Ankunft ermordet wurde.
Seit Juni 1933 lebte Josefine Klein in der Mühlenstraße (heute Hagsche Poort). Die Kontoristin wohnte seit 1922 in Kleve. Sie blieb, so hat Helga Ullrich-Scheyda geforscht, möglicherweise so lange unerkannt, weil sie wohl nicht der jüdischen Gemeinde angehörte.
"Es darf nie vergessen werden, was passiert ist", lobt Elli Rübo die Stolpersteinaktion in Kleve. Weiter 100 Stolpersteine werden in den nächsten Jahren noch verlegt.

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Lokalkompass Kleve aus Kleve

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