Der kleine Engel

Der kleine Engel

Rolf D. Gassen

Der kleine Engel

Wenn sich der Himmel wie jedes Jahr im Dezember rot färbt, ist dies ein Hinweis, dass hoch oben die Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest stattfinden. Die himmlische Backstube ist voll in Betrieb.
Geschenke müssen verpackt werden und das Christkind und seine Engel treffen letzte Reisevorbereitungen für ihren Besuch auf Erden; gilt es doch auch in diesem Jahr den Menschen Freude zu bereiten.
Der Gesang ist bekanntlich die Sprache der Engel und so jubelten die himmlischen Heerscharen schon seit Stunden, damit ihre Stimmen zu Weihnachten überall auf der Erde, auch in Langenfeld und Monheim, zu hören sind.
Kaum hatte der himmlische Chor das Lied „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden“ angestimmt, als ein kleiner Engel plötzlich zu singen aufhörte. Er war im unendlichen Chor zwar nur eine kleine Stimme, sein Schweigen machte sich aber dennoch bemerkbar. Die übrigen Engel stutzten und das Schweigen pflanzte sich rasch fort. Mit einem kraftvollen Gesang hatte dies nichts mehr zu tun. Lediglich einige Großengel sorgten mit ihren lauten Stimmen dafür, dass das Lied zu Ende gesungen wurde.
Der Großengel Martinus, gleichzeitig auch der Chorleiter, trat auf den kleinen Engel zu und fragte erbost: „Warum willst du nicht singen?“ Er antwortete: „Ich wollte ja singen. Ich habe meinen Teil gesungen bis sei Gott in der Höhe. Aber als dann das mit dem „Frieden auf Erden unter den Menschen“ kam, konnte ich nicht mehr weiter mitsingen. Auf einmal sah ich Soldaten in vielen Ländern. Immer und überall verbreiten sie Krieg und Schrecken, bringen Junge und Alte, Männer, Frauen und Kinder um und nennen das Frieden. Und auch sonst herrschen Streit und Gewalt, fliegen Fäuste und böse Worte zwischen den Menschen und regiert die Bitterkeit gegen Andersdenkende .Die Angst vor Terror geht um. Es ist nicht wahr, dass auf Erden Frieden unter den Menschen ist, und ich singe nicht gegen meine Überzeugung“!
Der große Engel sah den kleinen Engel lange schweigend an. Recht hast Du, sagte er nachdenklich. Aber die Geburt des Kindes will ein Zeichen setzen für eine bessere Zukunft. Gott gibt in dieser Nacht seinen Frieden allen und will auch den Streit der Menschen beenden. Deshalb singen wir, auch wenn die Menschen dieses Geheimnis mit all seinen Auswirkungen noch nicht hören und verstehen.
„Ich habe für dich und deine Freunde einen besonderen Dienst zu Weihnachten ausgedacht“, sagte der Großengel. „Als Friedensengel werdet ihr euch zu den Menschen begeben. Ihr werdet bei Tag und bei Nacht unterwegs sein und an die Türen der Häuser pochen. Wir, die himmlischen Heerscharen, werden euch mit unserem Gesang begleiten“. Wer in Langenfeld und Monheim den kleinen Engeln begegnet sollte wissen, sie sorgen für ein friedvolles Weihnachten in unseren Wohnungen und Häusern. Und wenn wir singen „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden den Menschen auf Erden“ hören wir genau hin, ob uns die kleinen Engel begleiten.

Autor:

Rolf D. Gassen aus Langenfeld (Rheinland)

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