Stadtrat bringt Zukunft von Haus Graven auf den Weg
Einstimmiges Votum für das neue Konzept der Wasserburg

Das gab es auch schon lange nicht mehr: Alle Punkte der jüngsten Sitzung des Stadtrates am Dienstag wurden einvernehmlich beschlossen, und selbst beim „dicksten Brocken“, der Zustimmung zum Kauf der Wasserburg Haus Graven, gingen alle Hände hoch! Bis alle Hürden zur endgültigen Übernahme des Kleinods genommen sind, müssen nun aber alle kräftig anpacken und besonders die Finanzierung in trockene Tücher bringen.

Die Vorburg eines ehemals stolzen Rittersitzes war – wie mehrfach ausführlich berichtet – vor knapp neun Jahren von der Stadt quasi „kostenfrei“ angemietet worden. Der aktuelle Mietvertrag läuft am Silvestertag des Jahres 2020 aus. Um das Baudenkmal auch zukünftig der Bürgerschaft aus Langenfeld und Umgebung zu erhalten, hatte die Stadtverwaltung unter Federführung des Bürgermeisters frühzeitige Verhandlungen aufgenommen. Zwei Ziele waren denkbar: Den Mietvertrag verlängern oder das Objekt ankaufen. 

Gespräche mit der Eigentümerin

Die Gespräche mit der Eigentümerin zogen sich über Jahre hin, diverse zusätzliche oder geänderte Nutzungen wurden besprochen und auch wieder verworfen. Dann endlich entschloss sie sich zum Verkauf, und zwar zu einem annehmbaren Preis: 600 000 Euro soll das Objekt kosten. Dazu fallen noch Reparatur- und Umbauarbeiten an, Gutachter werden eingesetzt, Erwerbskosten sind fällig, so dass die Stadt zunächst mit einer knappen Millionen rechnen muss.

„Haus des Naturschutzes“

Die Nutzung soll weiterhin durch den Kunst- und Kulturbetrieb gewährleistet sein, den der Förderverein Haus Graven seit der Anmietung hervorragend leistet. Der Bürgermeister möchte daneben aber auch dem Naturschutz hier parallel eine Bleibe in einem „Haus des Naturschutzes“ geben. Auch hier sind die ambitionierten örtlichen Vereine mit im Boot. Die künftig anfallenden Kosten sollen durch ein noch näher festzulegendes Stiftungsmodell getragen werden. Dazu wurden schon erste Gespräche mit speziellen Finanzfachleuten geführt. 

Alle waren überzeugt

„Es hat mich sehr gewundert und natürlich auch gefreut, dass alle Faktionen zustimmten“, sagte Bürgermeister Frank Schneider nach der Sitzung im Gespräch mit dem Wochen-Anzeiger. „Im Vorfeld hatte ich natürlich zahlreiche Widerstände oder Bedenken abzubauen, aber das Konzept ist so gut, dass schließlich alle überzeugt waren“, sagte er. Merkwürdigerweise verhielt es sich aber mit allen anderen Tagesrodnungspunkten am Dienstag genau so: Alle Beschlüsse wurden einstimmig gefasst!

Gratulation von Magnus Staehler

Im übrigen äußerte sich Schneider gegenüber unserer Zeitung auch erfreut über die Gratulation seines Amtsvorgängers Magnus Staehler. Dieser war unter den Zuhörern in der Stadtratssitzung und nutzte die Bürgerfragestunde, um sich bei Schneider für dessen Engagement für die Wasserburg zu bedanken...

Stiftungsmodell muss konzipiert werden

Das Engagement wird auch fortbestehen müssen, denn nun kommt noch ein hartes Stück Arbeit auf ihn und die betroffenen Mitarbeiter im Rathaus zu: Die Verwaltung ist beauftragt, ein Stiftungsmodell zu konzipieren und Fördermöglichkeiten zu finden, womit Kultur und Natur auf der Wasserburg weiter betrieben werden können. Es ist auch zu prüfen, aber es Fördertöpfe für den Kauf gibt. Ein dicker Batzen ist auch noch die Sanierung des komplett verschlammten Wassergrabens, die ein Gutachter in Höhe des Kaufpreises (also noch einmal 600 000 Euro) veranschlagt.

Freuen uns auf die Fortschritte

Es ist also noch viel zu tun, und wir werden sicher noch öfter über die Fortschritte in der Wasserburg berichten...
Elfiie Steckel

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