Ingrid Bembennek zog Bilanz im Langenfelder Kulturausschuss
Nach über 40 Jahren ist jetzt Ende

Hat elf Jahre lang die Aufführungen zum jeweiligen Jahrsmotto-Land inszeniert: Ingrid Bembennek. Foto: WA-Archiv

In der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses ging es noch einmal um die von Ingrid Bembennek elf Jahre lang inszenierten Aufführungen zum jeweiligen Motto-Land, die die Musikschule von jetzt auf gleich abgesetzt hatte (wir berichteten darüber). Trotz aller Enttäuschung nutze Ingrid Bembennek die Gelegenheit, vor dem Ausschuss eine Bilanz ihrer über 40 Jahre währenden Arbeit zu ziehen.

Die Entscheidung der Musikschule und des Bürgermeisters, die Länderprojekt-Inszenierungen nicht fortzusetzen, sei äußerst bedauerlich. Über 5.500 begeisterte Zuschauer – das entspricht einer Auslastung von 96 Prozent – und erfreuliche Überschüsse an den Förderverein der Musikschule sprächen für sich.
Sie selbst sei mehr als ein halbes Jahr damit beschäftigt gewesen, das Textbuch zu schreiben, die Rollen zu „erfinden“, ihrem Ensemble auf den Leib zu schreiben und einzustudieren, die passenden Kostüme und Masken sowie die Musik auszuwählen, für Bühnenaufbau und Requisite und die Werbung zu sorgen.... und zusätzlich in den letzten drei Jahren auch noch das komplette Catering für die Aufführungen zu organisieren.
Über Jahrzehnte wurde ihr Engagement anerkannt und gewürdigt. Schließlich hat sie im Auftrag des städtischen Jugendamtes 1976 den ersten Theater-Spiel-Kreis ins Leben gerufen, aus dem drei Jahre später die „Blinklichter“ hervor gingen, genauso wie der heute noch sehr aktive Förderverein, und dann die „Studio-Bühne“, die 1987 zum ersten Mal auftraten. Besonders beliebt war bei dessen Vorstellungen stets der „Heimatblock“, eine Persiflage auf lokale Ereignisse.Vergütet wurde diese Arbeit mit damals nicht besonders üppigen Honorarverträgen, aber auch mit Anerkennung: Ingrid Bembennek erhielt den Ehrenteller der Stadt, die Ehrenmedaille und den Meilenstein. In diesen nicht einfachen Zeiten des Aufbaus stand die absolut vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen an den Aufführungen Beteiligten immer im Vordergrund.
Nach ihrer „Ausladung“ aus der Musikschule fand das Acht-Augen-Gespräch statt (wir berichteten), in dem ihr zunächst angeblich schon seit Jahren vorliegende Beschwerden vorgehalten wurden, auf die sie nie jemand angesprochen hatte! Als „Angeklagte ohne Verteidiger“ lehnte sie das anschließende Angebot des Bürgermeisters, ihr Theaterprojekt fortzusetzen und wie bisher alle städtischen Einrichtungen zu nutzen – allerdings in eigener Verantwortung – ab. „Ich werde als Privatperson schon aus Haftungsgründen nicht zur Veranstalterin städtischer Theaterproduktionen. Für diese 'goldene Brücke' des Bürgermeisters, die einer besonders guten Statik bedarf, fehlt mir, nachdem was vorgefallen ist, jedes Vertrauen“ so Bembennek gegenüber dem Wochen-Anzeiger.
Als langjährige Kabarettistin zitierte sie Erich Kästner am Ende ihres Statements vor dem Ausschuss: „Was auch geschieht: Nie dürft Ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken!“ Anschließend bedankte sie sich bei allen, die sie in den über vierzig Theater-Jahren auf vielfältige Weise unterstützt haben, und verabschiedete sich mit „einem aufrichtigen Toi-toi-toi“. Die Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, Dr. Barbara Assmann, bedankte sich mit einem Blumenstrauß, den Ingrid Bembennek mit den Worten: „Ich hoffe, dass Euch dieser Strauß nicht davon entbindet, noch einmal darüber nachzudenken, dass hier einiges verdammt falsch gelaufen ist“, annahm.

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