Langenfelder "Integrationsbericht 2017": 637 Flüchtlinge leben in der Stadt

Langenfelder legt den Integrationsbericht 2017 vor.

„Nach den turbulenten Jahren 2015 und 2016, in denen in den Not- und Regelunterkünften im Stadtgebiet annähernd 1000 Flüchtlinge lebten, nahmen die Zuweisungen in diesem Jahr stark ab... Ende Oktober 2017 lebten hier noch 637 Flüchtlinge", sagte Marion Prell, 1. Beigeordnete der Stadt und für Soziales zuständig, in der letzten Sitzung des Stadtrates. Den Kommunalpolitikern stellte sie den aktuellen Integrationsbericht vor.

Flüchtlinge stammen aus folgenden Ländern

Laut diesem Integrationsbericht ist die Zahl der Personen aus sicheren Herkunftsländern stark zurückgegangen. Zahlreiche Menschen aus dem Westbalkan habe das Ausländeramt Mettmann zur Rückreise bewegen können, andere seien nach rechtskräftiger Ablehnung ihres Asylantrages auch abgeschoben worden. Die insgesamt 637 Flüchtlinge in den Langenfelder Unterkünften stammen aus folgenden Ländern: Syrien (135), Irak (121), Afghanistan (74), Nigeria (30), Bangladesch (24), Iran (23), Mazedonien (20), Aserbaidschan (18), Ghana (17), Eritrea (16), Pakistan (15), Algerien (14), Mongolei (11), Indien (11), Guinea (11) und Sonstige (97).

Freigeräumte Notunterkünfte weiterhin als Reserve

Schon im vergangenen Jahr konnten die Turnhallen Jahnstraße und Verbindungsstraße wieder an den Schul- und Vereinssport zurückgegeben werden; in diesem Jahr folgte die Aufgabe weiterer „Notlösungen", weil zahlreiche Bewohner in Privatunterkünfte oder an andere Standorte umzogen. Freigeräumte Notunterkünfte werden laut Prell aber weiterhin als Reserve vorgehalten, da momentan die Frage des Familiennachzuges oder auch die politische Entwicklung in der Türkei nicht absehbar seien.

4 Personal-Stellen für die Versorgung und Betreuung der Asylbewerber

Trotz sinkender Bewohner- und Betreuungszahlen sei aber die Personalstärke im Referat Soziale Angelegenheiten, die ab Oktober 2015 angewachsen war, beibehalten worden. Von ehemals 1,5 Stellen stünden nun noch immer vier Stellen für die Versorgung und Betreuung der Asylbewerber zur Verfügung, Dazu kämen sechs Hausmeister, eine halbe Stelle stehe für die Anmeldung und Erstbetreuung der Schulkinder zur Verfügung. Dazu kämen sechs Honorarkräfte mit wöchentlich insgesamt 77 Betreuungsstunden. Somit stünden den Bewohnern stets ein fester Stamm von städtischen Beratern zur Seite. Eine Vollzeitstelle kümmere sich außerdem um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, und das im Zuge des städtischen Integrationskonzeptes geschaffene Integrationsbüro sei weiterhin mit zwei Stellen besetzt, die noch von einer arabisch sprechenden Honorarkraft unterstützt würden. 

Sprache lernen besonders wichtig

In den Unterkünften hätten in diesem Jahr dank der rückläufigen Zahlen Umzüge stattfinden können; beispielsweise seien Berufstätige aus den Leichtbauhallen in Massivhäuser gekommen, in denen es ruhiger zugehe. In den Unterkünften, in denen Kinder leben, sei ein Lernraum für die Hausaufgaben eingerichtet worden, in einigen Unterkünften gebe es auch Räume für Besprechungen und ähnliches mehr.
Eine ganz wichtige Rolle falle dem Integrationsbüro zu, das wesentliche Beratungsarbeit leiste. Es räume unterschiedlichste behördliche und privatrechtliche Stolpersteine aus dem Weg, die großteils durch Sprachprobleme entstünden. Womit ein bedeutendes Stichwort gefallen ist: Sprache lernen. Hier führte der Integrationsbericht die vielfältigen Kurse der Volkshochschule an, über die wir immer wieder berichtet haben.

27 minderjährige Flüchtlinge

Noch ein Wort zu den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge: Aktuell leben 27 Jugendliche im Stadtgebiet. Sie alle besuchen die Schule mit dem Ziel, einen Abschluss zu erreichen. Dabei haben die Betreuer einen erheblichen Unterschied festgestellt zwischen denen, die in den Unterkünften leben, in denen überwiegend die Muttersprache gesprochen wird, und denen in stationären Jugendhilfemaßnahmen. Diese seien sprachlich schon viel weiter und könnten oft auch schon ohne Dolmetscher auskommen.
Seit diesem Sommer besuchen rund 60 Flüchtlingskinder die vier weiterführenden Schulen als Seiteneinsteiger. An den zehn Grundschulen sind über 80 Kinder im Klassenverbund eingegliedert. Wenn möglich, werden sie in den Offenen Ganztag eingebunden. In den 25 städtischen Kitas werden schwerpunktmäßig Flüchtlingskinder ab drei Jahren aufgenommen, um sie möglichst gut auf die Schule vorzubereiten. Die Schulsportgemeinschaften und auch die Stadtbibliothek spielen zudem bei der Eingliederung der jungen Flüchtlinge auch noch eine große Rolle.

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