Die Anziehungskraft dieses Weihnachtsmarktes ist ungebrochen.
23. Richrather Weihnachtsmarkt – ein Fest der Gemeinschaft.

Ein buntes Geschenk-Programm präsentiert der Förderverein „Förderzentrum Süd Kreis Mettmann“ am Fahlerweg.
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  • Ein buntes Geschenk-Programm präsentiert der Förderverein „Förderzentrum Süd Kreis Mettmann“ am Fahlerweg.
  • hochgeladen von Jürgen Steinbrücker

Langenfeld-Richrath. „In der Weihnachtsbäckerei gibt es manche Leckerei…“ singen die Klassen 1c und 1d der GGS Richrath-Mitte, kath. Teilstandort Zehntenweg, mit wahrer Begeisterung auf der Bühne des Richrather Weihnachtsmarktes. Es ist „Glühwein-Wetter“ mit fröhlicher Stimmung, +2° kühl. Vorher war die Musikgruppe „Friday“ unter Leitung von Birgit Selle-Waldow auf der Bühne, die seit zehn Jahren fester Bestandteil des Programms ist und in der Menschen mit Behinderung, vor allem aus den WFB Werkstätten, freudestrahlend musizieren.

„Es geht hier sehr familiär zu, man kennt alle Leute, im Stadtteil Richrath begegnet man sich das ganze Jahr, es macht Spaß, hier zu arbeiten“, sagt Monika Fontaine, Organisatorin und Moderatorin dieses Weihnachtsmarktes. Mit Günter Kalla und Volker Domdei hat sie viel vorbereitet, alle sind den ganzen Tag unterwegs.

„Hier ist eine einmalige Atmosphäre, ohne Profis, nur Richrather Vereine und Gruppen, und besonders schön ist für mich, wenn bei Einbruch der Dunkelheit die Blechbläser der Musikschule Hilden auftreten“, betont RKV-Vorsitzender Heinz Wermeling. Am RKV-Stand wird viel leckerer Glühwein ausgeschenkt.

Stefan Pollmanns, Redaktionsleiter des Wochenanzeiger, sagt: „Ich genieße heute den Weihnachtsmarkt richtig, weil ich mal nicht zu schreiben brauche.“

Wer noch Geschenke benötigte, hatte genügend Auswahl. Mit einem richtig bunten Stand war erstmals der Förderverein „Förderzentrum Süd Kreis Mettmann“ am Fahler Weg vertreten, einer Schule für sprachliche und emotionale Entwicklung. Vorsitzende Susanne Tillmanns erzählt: „Die Schüler haben Plätzchen und Stollen gebacken, die Eltern viel gebastelt.“ Sie hoffe, nächstes Jahr wieder dabei sein zu können.

Ein besonderes Hobby haben Birgit und Siegfried Hecker. „Wir haben die grönländische Perlenarbeit in Dänemark gelernt.“ Das sei mal etwas nicht Alltägliches. Eine Glocke, die sie zeigt, habe etwa 15 Stunden Arbeit gemacht. „Die Perlen werden immer in 3er-Gruppen angenäht.“

Für Mama, Papa, Oma, Opa und Geschwister konnten Kinder im „Kinderkaufhaus“ der Stadt-Sparkasse für kleines Geld einkaufen. Erwachsene hatten hier keinen Zutritt.
Wie immer kam auch der Nikolaus, um die Kinder zu beschenken.

„Wir haben Richrather Weihnachtswetter“, sagte der stellv. Schützenbrudermeister Ingo Zimmermann bei der Begrüßung der Gäste und dankte vor allem dem Hausherrn Pastor Gerhard Trimborn dafür, dass auch der 23. Richrather Weihnachtsmarkt in und um das Gemeindezentrum St. Martin stattfinden konnte. “Die meiste Mühe und Arbeit hat es bei der Vorbereitung gegeben“, dankte er den drei Organisatoren.

Pünktlich nach dem 12-Uhr-Mittagsläuten hat Bürgermeister Frank Schneider den Weihnachtsmarkt offiziell eröffnet. „Vieles ist dieses Jahr schlimmer geworden, aus dem Ruder gelaufen“, umschrieb er die politische Lage und prangerte den Egoismus einiger Staaten an. „Nur in der Gemeinschaft ist man stark“, betonte der Bürgermeister. Hier werde Gemeinschaft gelebt, wenn Vereine, Schulen und Organisationen etwas auf die Beine stellten. Jeder könne und müsse zu dieser Gemeinschaft beitragen. Mit einer „Weihnachtsgeschichte in der Dichte“ schloss Schneider die Eröffnung.

Volker Domdei ist beim Weihnachtsbaum-Verkauf der des Fördercvereins der Pfadfinder zu finden. „Die Bäume kommen frisch aus dem Sauerland. Die „Freunde und Förderer“ der Pfadfinder unterstützen sie materiell, bei Fahrten und in der Leiter-Ausbildung“, erzählt Domdei. In der Pfadfinder-Jurte wird Stockbrot gebacken, Punsch gibt es gegenüber beim Förderverein.

Ein paar Meter weiter ist eine Kindereisenbahn aufgebaut, Edeka hat ein Glücksrad aufgestellt, und beim TuSpo Richrath ist leckerer Spießbraten mit Zwiebeln zu haben. Überhaupt sind die Speisen- und Getränkeangebote so vielfältig, angefangen bei der Räuberpfanne der WFB Werkstätten, „die außer Bratkartoffeln Speck, Zwiebeln, Champignons, Paprika und Wurst enthält, scharf gewürzt ist und mit und ohne Spiegelei serviert wird“, wie Ramon Göring betont. Die WFB Werkstätten haben noch einen zweiten Stand im Gemeindezentrum. Sie haben den Weihnachtsmarkt mitbegründet und stellen von Anfang an die Techniker, die sich in Zusammenarbeit mit Elektro-Jung um die gesamte Stromversorgung kümmern. „Hoffen wir, dass alles klappt, wenn es dunkel wird, dann kann es schon spannend werden“, nahm Andreas Schwamborn eine kleine, kaum bemerkte Störung vorweg. Mit Frank Sümnick und Andreas Hohn hat diese Truppe dafür gesorgt, dass an allen Ständen gekocht, gebrutzelt und gebacken werden konnte.

Am Stand des Kirchenchors Cäcilia von St. Martin bilden sich ständig Schlangen, um die Reibekuchen mit Apfelmus zu ergattern, die Feuerwehr hat ihren Riesengrill für Grillwürstchen aufgebaut, die Schießfrauen haben Hühnersuppe gekocht und der Schulverein St. Martin schenkt heißen Apfelsaft aus, auf Wunsch mit Vanille-Eis und Calvados.

Auf der Bühne hat sich der Shanty-Chor Richrath unter der Leitung von Werner König versammelt, der die Zuhörer mit winterlichen Seemannsliedern unterhält. „Noch drei Meilen bis Weihnachten“ ist ein beliebter Song. „Unser Durchschnittsalter ist 72 Jahre, der älteste ist 92“, erzählt einer der Sänger. Das Bühnenprogramm klappt wie am Schnürchen, auch dank der beiden jungen Männer von der Technik, Benjamin Salamon und Fabrice Fontaine.

Katrin Hünnebeck dirigiert den Richrather Spielmannszug. Unter den Zuhörern hat sich auch Mitbegründer Karl-Heinz Schlimm eingefunden, dessen kürzlich verstorbener Sohn Karl-Heinz den Spielmannszug vorher geleitet hat.

In der kath. Bücherei kann man auf Schnäppchenjagd gehen. Kinderbücher sind für 50 Cent zu haben, Romane für einen Euro, sieben Romane für fünf Euro. „Wir haben rund 6.000 Bücher und andere Medien“, berichtet eine Mitarbeiterin.

In der Cafeteria kann man sich nicht nur aufwärmen. Es gibt Kaffee, Tee und jede Menge Kuchen. Baurat a.D. Hans-Otto Weber unterhält die Gäste wie in den Vorjahren mit weihnachtlichen Weisen auf der Zither, einem Instrument mit 42 Saiten, davon fünf für die Melodie. „Ich habe mit neun Jahren bei einem damaligen Nachbarn spielen gelernt, das ist jetzt 60 Jahre her“, erinnert er sich.

Gleich neben ihm hat der Richrather Kunstmaler Rolf Börnert seinen Stand. „Meine Frau hat gesagt, es muss mal etwas Weibliches her“ und so malte er das Motiv „die Mary Christmas“.

Krönender Abschluss ist immer das „offene Singen“ mit dem Kirchenchor Cäcilia unter Leitung von Peter Gierling, der vorher auch schon den Kinderchor dirigierte. Vor der Bühne hatten sich wieder einige hundert Besucher eingefunden, die kräftig mitsangen.

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