Brambauer im Blickwinkel
Brambauers Denkmäler (1) (überarbeitet)

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Vorab: Dieser Artikel ist eine Überarbeitung eines bereits erschienenen, der allerdings kleine Fehler enthielt, was den Grenzstein an der Schlossmühle bei Buddenburg angeht. Ich danke Herrn Joachims, der mich darauf aufmerksam gemacht und anschließend geholfen hat, dies richtig zu stellen.

Zehn Objekte auf der Denkmalliste:

Insgesamt 120 Eintragungen findet man auf der Denkmalliste der Stadt Lünen, davon immerhin zehn im Vorort Brambauer. Dabei handelt es ich um den auf dem Titelbild zu sehenden Grenzstein, eine Grabanlage auf dem alten Friedhof und acht Häuser. Vorstellen möchte ich Ihnen heute den alten Grenzstein.

Grenzstein Reichsstadt Dortmund / Grafschaft Mark:
Beginnen möchte ich mit dem Grenzstein, der schon seit dem 12. November 1985 auf der Denkmalliste steht und somit zusammen mit der heutigen Wittekindschule zu den ersten eingetragenen Denkmälern der Stadt Lünen gehört. Grenzsteine markierten früher den Verlauf der Gebiete der Grafschaft Mark und der Reichsstadt Dortmund. Während der Bereich von Brambauer - damals weitgehend unbewohnt - zu Dortmund gehörte, lag die Stadt Lünen auf dem Gebiet der Grafen von der Mark, deren Stammsitz die Burg Mark bei Hamm war. Lünen bekam von eben diesen Grafen 1341 das märkische Stadtrecht.

Schaut man sich eine alte Karte an, kann man sich vorstellen, dass dieser Bereich für beide Nachbarn ein interessantes Gebiet war. Während Dortmund nicht vom Nachbarn völlig umschlossen werden wollte, hätten die Grafen von Mark Dortmund sicher gerne zu ihrem Territorium gezählt.

Position der Lüner Grenzsteine:
Insgesamt gibt es zwei Grenzsteine auf Lüner Gebiet, die den alten Grenzverlauf zwischen der Reichsstadt Dortmund und der Grafschaft Mark kennzeichneten. Allerdings sind es keine ursprünglichen mehr, davon gibt es nur noch einen, der sich in Dortmund im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte befindet. Die Grenzsteine auf Lüner Gebiet stammen aus dem Jahr 1739, als schadhafte alte Grenzsteine durch neue ersetzt wurden, die als Inschrift die Worte "Marck" und "Dortmund" tragen. Der erste befindet sich am Mühlenweg in Lippholthausen, also gar nicht weit weg von Brambauer, am Fußweg neben der alten Wassermühle, die früher zum Schloss Buddenburg gehörte. An das Schloss erinnert heute - übrigens genau wie an den einstigen Stammsitz der Grafen von der Mark - ein Bodendenkmal.
Buddenburg bildete ebenso wie Lünen einen Teil der Grafschaft Mark. Man findet den Grenzstein gut sichtbar neben der Mühle und es gibt auch eine Hinweistafel auf seine Bedeutung, sein unscheinbares Aussehen und die angelegten Hecken fügen ihn allerdings so in die Umgebung ein, dass er fast unsichtbar bleibt. Wenn Sie also das nächste Mal an der alten Wassermühle in Lünen mit dem Fahrrad unterwegs sind, legen Sie mal eine Pause ein und betrachten Sie den Grenzstein. Allerdings steht er nicht mehr da, wo einst die Grenze verlief, sondern nimmt diesen Platz erst seit Umzug des Lüner Heimatmuseums ein. Vorher stand er auf dem Gelände des ehemaligen Heimatmuseums in Lünen an der Cappenberger Straße. Ursprünglich kennzeichnete er den Grenzverlauf auf dem heutigen Gebiet des Stummhafens.

Grenzstein mit Hinweistafel an der Schlossmühle
  • Grenzstein mit Hinweistafel an der Schlossmühle
  • hochgeladen von Martina Seeliger

Auf der einen Seite ist "Dortmund", auf der anderen "Marck" eingemeißelt.

Noch immer Grenzstein?

Der zweite Grenzstein steht in Brambauer und zwar schon seit 1739 und scheint heute immer noch einen Grenzverlauf zu markieren, denn direkt neben ihm steht ein Stacheldrahtzaun, erinnert fast an ein Stück Zonengrenze und man kann den Stein nur aus der Entfernung betrachten.
Dieser Grenzstein ist der einzige, der noch heute eine Stelle der seit 1515 bzw. 1569 geltenden Grenze zwischen der Grafschaft Marck mit Lippolthausen und Brambauer als Bestandteil der Grafschaft Dortmund anzeigt.


Der Grenzverlauf hatte an dieser Stelle bis 1914 Bestand. Durch Gründung des Amtes Brambauer und der Eingemeindung Lippolthausens in die Stadt Lünen, was eine Abtretung von südlich des Kanals gelegenen Gebiete an die Gemeinde Brambauer nach sich zog, verschob sich die Grenze abermals, dieses Mal aber nach Norden (Quelle: W. Joachims).
Im Frühjahr, als die Brombeerranken noch nicht ausgeschlagen hatten, konnte man ihn entdecken, zur Zeit wird man nicht mehr in seine Nähe kommen. Er befindet sich auf dem Grundstück der Kläranlage des Lippeverbandes und das ist durch den schon erwähnten Stacheldraht eingezäunt. Es wirkt fast so, als würde Brambauers Grenzstein die Grundstücksgrenze bewachen. Daher ist auch nur ein Foto mit der Dortmunder Ansicht möglich, die Grafen von der Mark werden es nachsehen (das ehemals mächtige Herrschergeschlecht ist ausgestorben, aber an den Namen erinnert heute noch immer die Bezeichnung "Märkischer Kreis").
Wenn Sie das Stück Geschichte Brambauers aus der Nähe betrachten möchten. Der Grenzstein befindet sich in der Stichstraße der Brambauer Straße Richtung Kläranlage des Lippeverbandes, südlich vom Teich. Es gibt keinen befestigten Weg dorthin.

Zu Teil 2, der heutigen Wittekind- und früheren Auguste-Victoria-Schule gelangen Sie hier: "Wittekindschule".

Autor:

Martina Seeliger aus Lünen

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