Drohnen-Technik rettet Rehen das Leben

Förster Elmar Berks schaut Markus Kersting, der die Drohne steuert, über die Schulter.
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Nebel hüllt die Wiesen und Felder ein, eine dichte Wand. Wetter wie im Herbst. Die Sonne soll nachher aber zum Vorschein kommen und so machen sich viele Landwirte bereit zum Mähen ihrer Wiesen. Im Vorfeld müssen aber andere ran - denn im hohen Gras haben die Rehkitze ihr Kinderzimmer.

Elmar Berks, der Förster des Grafen von Kanitz, und seine Hündin Pina haben heute einen frühen Termin. 5.30 Uhr. Treffpunkt ist eine Wiese nahe des Ruheforstes. Der Besitzer der Fläche, der Tierarzt und Landwirt Marc Dahlkamp, hat Berks informiert, dass er hier heute Gras mähen will, das scharfe Schneidwerk brächte vor allem Rehkitze in tödliche Gefahr. Rehkitze flüchten nicht, wenn Gefahr droht, sondern drücken sich noch tiefer in das Gras, sie da vom Traktor aus zu sehen, ist ein nahezu aussichtsloses Unterfangen. Markus Kersting, in seiner Freizeit selbst Jäger, ist deshalb auch schon da und bald mischt sich in das erste Zwitschern der Vögel ein lautes Summen wie von einem Hornissen-Schwarm. Eine Drohne.

Nebel ist für die Rehkitz-Suche ein Vorteil

Markus Kersting steuert sie, er macht ehrenamtlich und meist vor der Arbeit den Rehkitz-Retter. Der Mann aus Nordkirchen ist ein Profi in Sachen Drohnen-Technik, nutzt sie sonst im Beruf, etwa auf Baustellen. Der Nebel ist für ihn kein Problem, vielleicht eher noch ein Vorteil. Die Temperaturen sind mit acht Grad noch recht frisch und helfen den Rehkitz-Rettern, denn dann heben sich Tiere im Wärmebild besonders deutlich ab von ihrem Umfeld. Meter für Meter zieht das Feld nun unter der Drohne vorbei, aber im Moment ist auf dem Bildschirm in Kerstings Händen nichts besonderes zu sehen, nur die Weide als eine bläulich-lilane - und damit kühle - Fläche. Kersting scannt die Wiese weiter ab, hält dann an, denn am Rande der blauen Fläche leuchtet auf dem Bildschirm ein roter Punkt. Ein Rehkitz?

Wiese ist frei von Kitzen

Berks würde, wenn es so wäre, über die Wiese laufen, das Tier mit Handschuhen und viel Gras aufnehmen und es aus dem Gefahrenbereich tragen, dort holt es später die Mutter, im Fachausdruck Ricke. Der Punkt flüchtet, als die Drohne sich nähert und im Wärmebild erscheint nun ein ausgewachsenes Reh. Kein Kitz und damit auch kein Einsatz für Elmar Berks und Hündin Pina. Minuten später landet die Drohne wieder vor Markus Kersting. Landwirt Marc Dahlkamp kann mähen, ein Kitz ist auf dieser Fläche nicht in Gefahr. Markus Kersting wird in den nächsten Tagen, wenn das Wetter endlich besser wird, wohl noch öfter zu Wiesen und Weiden ausrücken - bei seinen Einsätzen rettete er allein im letzten Jahr vierzehn Kitzen das Leben!

Thema "Wild" im Lokalkompass:
> Hunde sind Gefahr für Wild und Jungtiere

Autor:

Daniel Magalski aus Lünen

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