Hase und Fasan verschwinden vom Acker

Jäger stellen beim Niederwild-Bestand – wie etwa beim Fasan – einen starken Rückgang fest.
  • Jäger stellen beim Niederwild-Bestand – wie etwa beim Fasan – einen starken Rückgang fest.
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  • hochgeladen von Daniel Magalski

Hase und Fuchs wünschen sich, so sagt es das Sprichwort, gerne im Wald gute Nacht. Meister Reineke könnte in Kürze aber einsam auf weiter Flur sein, denn beim Niederwild, zu dem auch der Hase gehört, gibt es starke Rückgänge.

Hasen auf den Wiesen, Fasane in den Feldern – dieses Bilder könnten mit Blick auf die aktuelle Entwicklung in einigen Jahren Seltenheitswert haben. Denn beim Niederwild sinken die Zahlen, beim Hasen etwa um rund fünfzig Prozent als im Durchschnitt des Vorjahres. Kreisjagdberater Dirk Schulte-Uebbing kennt die Situation und weiß: „Der Rückgang ist kein regionales Problem, viele Niederwild-Reviere in Westfalen sind betroffen.“ Die Jäger haben die Konsequenzen daraus gezogen, viele Jagden auf Niederwild abgesagt und die Jägerschaft konzentriert nun sich noch stärker auf die Hege und Pflege, um die Artenvielfalt zu erhalten. Viele verschiedene Gründe spielen laut Schulte-Uebbing eine Rolle für den Rückgang. „Wir müssen die Ursache auch bei den Jägern suchen, gab es vielleicht Fehler beim Jagdmanagement?“ Die Landwirtschaft mit zum Teil fehlender Fruchtfolge und zunehmender Technisierung zur Produktionssteigerung, Wildkrankheiten und die Zunahme der Feinde des Niederwildes sind ebenfalls mögliche Gründe. Und auch die Witterung spiele eine Rolle. „Ist es im Juni nass und kalt, hat der Fasan keine Chance“, bringt Schulte-Uebbing ein Beispiel.

Keine Schuldzuweisungen, sondern Dialog

Doch wie groß der Einfluss der einzelnen Faktoren auf den Niederwild-Rückgang ist, dazu gibt es bisher keine Daten. „Ich erkläre das gerne mit einem Vergleich“, so Dirk Schulte-Uebbing. „Wenn zwei Freunde in der Kneipe dreißig Bier trinken, dann haben sie am nächsten Morgen einen dicken Kopf. Es ist aber unmöglich zu sagen, welches der Biere nun der Auslöser war. In der Summe war es aber in jedem Fall zuviel.“ Der Vergleich lasse sich auf die Natur übertragen, ein Zuviel bringt Schaden. Deshalb dürfe es aber, so Schulte-Uebbing, keine Schuldzuweisungen an Einzelne geben, wichtig sei ein Dialog aller beteiligten Gruppen, um die negative Entwicklung beim Wild zu stoppen.

Mehr zum Thema:
>Menschen für Rehe die größte Gefahr
>Sauerei in Wald: Waren es Wilderer?

Autor:

Daniel Magalski aus Lünen

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