Fairer Wahlkampf? Fehlanzeige!

In den letzten Wochen waren die Wahlkampfstände und -plakate aus der Stadt und die Flyer aus dem Briefkasten nicht wegzudenken. Trotzdem war die Wahlbeteiligung traurig gering und das Politikinteresse scheint zu schwinden. Uns wundert die Politikverdrossenheit vieler Menschen allerdings nicht. In unserer Vorstellung von Demokratie geht es um Inhalte und um ein respektvolles – wenn auch durchaus kontroverses – Miteinander. Es ist abschreckend was der Wahlkampf mit manchen Menschen macht – Menschen, denen wir unsere Stimmen und damit unser Vertrauen schenken sollen. Vor allem uns jungen (Erst-)Wähler*innen sollten unsere Politiker*innen als Vorbild dienen und uns vormachen, wie ein erwachsener Diskurs aussehen sollte. Was wir erleben, ist allerdings alles andere als erwachsen. Personenbezogene Angriffe unterhalb der Gürtellinie, Verdrehung von Tatsachen und die Verbreitung von Gerüchten gehören unserer Meinung nach nicht in den Wahlkampf. In Lünen (und mit Sicherheit in anderen Städten genauso) sind sie aber ein fester Teil davon.

Natürlich haben wir unsere persönlichen Meinungen zu den Kandidaten (Kandidatinnen gibt’s ja leider nicht) in der kommenden Stichwahl, die allerdings nicht Thema dieses Statements sein sollen. Es ist jedoch mittlerweile ein Punkt erreicht, an dem es um Klarstellung und nicht mehr um Meinungen geht. Wenn zum Beispiel über Jürgen Kleine-Frauns – maßgeblich von seiner Kontrahentenseite – behauptet wird, er sei Sympathisant der AfD, lohnt es sich, das zu hinterfragen. In diesem Fall hat Herr Kleine-Frauns nämlich gesagt, dass er als Bürgermeister die Zusammenarbeit mit der AfD nicht ausschließen könne – schlicht und einfach, weil er es nicht darf. Als Bürgermeister muss er die Chancengleichheit aller gewählten Parteien wahren. Als Privatperson jedoch hat er an allen drei Anti-AfD-Demos teilgenommen und sich deutlich dazu geäußert, dass seine private Meinung sich von seiner Pflicht als Bürgermeister stark unterscheidet. Jede*r mag seine eigene Meinung über Jürgen Kleine-Frauns haben – aber ein Sympathisant der AfD ist er entgegen aller Behauptungen mit Sicherheit nicht. Umso erschreckender ist es, dass an den Schulen entsprechende Aussagen nicht mehr hinterfragt, sondern trotz mehrfacher Richtigstellung einfach geglaubt und weiterverbreitet werden.

Wir möchten an euch und Sie alle appellieren: Hinterfragt. Erst recht im Wahlkampf.

Jan Fomrath (FSG), Leonhard Kaiser (GA), Lina Eichler (GSG), Ruth Kirschbaum (GA)

Autor:

Jan Fomrath aus Lünen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

7 Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen