Remondis will Klärschlamm verbrennen
GFL will Lünen vor weiterer Müllverbrennungsanlage schützen

Lünen hat schon genug kritische Industriebetriebe, weitere befinden sich in der Nachbarschaft. Es reicht, findet die GFL. Symbolbild: Pixabay
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  • Lünen hat schon genug kritische Industriebetriebe, weitere befinden sich in der Nachbarschaft. Es reicht, findet die GFL. Symbolbild: Pixabay
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Die GFL-Ratsfraktion spricht sich gegen die geplante Müllverbrennungsanlage (Klärschlammverbrennungsanlage) aus, die die Firma Remondis in Lippholthausen errichten will.

"Lünen ist nicht die Müllkippe der Nation!" Mit diesen Worten kommentiert der stellv. GFL-Fraktionsvorsitzender Andreas Dahlke neue Remondis-Pläne, wonach ganz in der Nähe der Klärschlammverbrennungsanlage der Firma Innovatherm nun eine zweite Anlage entstehen soll. Nach dem Willen von Remondis soll die Anlage sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr laufen; die Anlieferung des Klärschlamms soll von montags bis samstags erfolgen. Nach Berechnungen der GFL sollen pro Jahr mehrere tausend Lkw Klärschlamm nach Lünen karren, was für sich genommen schon eine erhebliche Umweltbelastung darstelle. Anschließend werde das Material in der Anlage verbrannt. Dabei dürften wiederum erhebliche Mengen teils hoch giftiger Stoffe entweichen. "Andere Länder wie Italien wollen solche Anlagen gar nicht und verschieben ihren Müll lieber ins Ausland. Deshalb steht zu befürchen, dass Lünen auch zur internationalen Müllkppe für Klärschlämme wird", so Dahlke. Die Entsorgung dieses kommunalen Mülls müsse aber in den Herkunftsländern stattfinden und das Regionalitätsprinzip gerade auch aus Umweltgesichtspunkten gelebt werden.

"Unsere Heimatstadt erstickt schon jetzt im Lkw-Verkehr. Und wir werden schon jetzt durch zahlreiche Industriebetriebe stark belastet", so Dahlke. Der GFL-Vize nennt hier beispielsweise die Klärschlammverbrennungsanlage der Firma Innovatherm inklusive der genehmigten Erweiterung, das Trianel Kraftwerk und das Kohlekraftwerk Datteln. Dahlke: "Es reicht jetzt!" Lünen habe sich aufgrund der jetzt schon hohen Umwelt- und Gesundheitsbelastungen zum Ziel gesetzt, saubere und emissionsarme Unternehmen anzusiedeln. "Das ist der richtige Weg, nicht der Bau von weiteren Schadstoff-Schleudern."

Als besonders ärgerlich bezeichnet Dahlke die Stellungnahme der Stadt zu den Remondis-Plänen im Zuge des Genehmigungsverfahrens. "Nahezu alle relevanten Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt werden durch die Rathaus-Spitze kleingeredet und beschönigt. Auf die Summe der Betriebe, die mit ihren Emissionen schon heute die Lüner Bevölkerung belasten, wird gar nicht bzw. unzureichend eingegangen." Auch die Straßenverkehrssituation im Bereich Lippholthausen inklusive der Anbindungen an die B 54, B 236 und A 2 würden durch die Verwaltungsspitze bewusst minimalisiert. Dahlke weiter: "Das ganze Papier liest sich wie ein Freibrief für das Unternehmen Remondis." Die Spitze der kommunalen Unterwürfigkeit stelle jener Passus der Stadtverwaltung dar, wonach die Remondis-Anlage den Rohstoff Phosphor aus dem Zwillingsbetrieb gewinnen wolle, was ja ein Beitrag zur gewünschten Kreislaufwirtschaft sei. "Die Lünerinnen und Lüner sollen möglichst vom Auto aufs Fahrrad umsteigen - und die Stadtverwaltung winkt geradezu vielen tausend weiteren Lkw mit Klärschlamm im Stadtgebiet zu. Wie irre ist das denn?"

Mit einem Änderungsantrag wolle die GFL-Fraktion aktuell erreichen, dass die Stadt ihre schönfärberische Stellungnahme zur der geplanten weiteren Müllverbrennungsanlage zurückzieht und ihr Papier um die tatsächlich relevanten Punkte erweitert. Außerdem habe die Wählergemeinschaft "Gemeinsam Für Lünen (GFL)" ein Bündel von Einwänden bei der Bezirksregierung in Arnsberg eingereicht, bei der das Genehmigungsverfahren läuft.

Lünen hat schon genug kritische Industriebetriebe, weitere befinden sich in der Nachbarschaft. Es reicht, findet die GFL. Symbolbild: Pixabay
"Keine weitere Schadstoffschleudern": GFL-Ratsherr Andreas Dahlke. Foto: GFL
Autor:

Alexander Ebert aus Lünen

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