RWE-Gelände geeignet! Forensik herzlichst willkommen! PRO Victoria sieht eigene Recherchen aus 2014 vom Kreis Unna bestätigt

Nun kann es als amtlich gewertet werden: Die forensische Klinik kann auf dem RWE-Gelände in südwestlicher Richtung, nahe der Lippe errichtet werden, somit weit entfernt von der Wohnbebauung. Eine Übernahme der RWE-Fläche durch den Kreis Unna kann daher nur begrüßt werden.

I. Zu den technischen Fakten und Einzelheiten:

(1) Von einem Planungsbüro aus Herdecke wurde ein „Sanierungsplan Grundwasser“ für die ehemalige Zeche und Kokerei Victoria 1/2 erstellt. Zu Anfang war eine nahe des Lippeufers erstellte Dichtwand nach dem Mixed-in-Place-Verfahren (eine senkrechte Dreifachschnecke, welche durch Einmischung einer Suspension den Boden zu einer Wand verfestigt) in einer Wanddicke von 370-550 mm bis zu einer Tiefe von 16,5 m erwogen worden.

(2) Nun soll der Übertritt des belasteten Grundwassers zur Lippe hin durch eine hydraulische Abfangmaßnahme über 9 Vertikalbrunnen entlang der Lippe verhindert werden. Je nach dem Wasserstand der Lippe werden bis zu ca. 170.000 Kubikmeter pro Jahr der Grundwasser-Reinigungsanlage zur Behandlung zugeführt. Der Standort der Behandlungsanlage erfolgt südlich der Parkplätze. Ein befahrbarer Betriebsweg führt entlang der Uferböschung zu der Brunnengalerie. Diesen 3m breiten Betriebsweg kann man sich auch bis zur Innenstadt weitergeführt vorstellen. Es ist wohl bei der Grundwasserbehandlung von einer unbegrenzten Maßnahme (Ewigkeitsaufgabe) auszugehen.

(3) Eine Sanierung der Oberfläche soll durch eine konventionelle, sachgerechte, in NRW vieltausendfach erprobte und bewährte Bodenaufschüttung erfolgen.

Im Seitenblick: Seit 1987 wurden Untersuchungen des Grundwassers und des Bodens durchgeführt, und erst jetzt soll nach 30 Jahren dem Schadstoffeintrag in die Lippe begegnet werden. Hochgerechnet wären dies ca. 5 Mio. Kubikmeter kontaminiertes Grundwasser, welches in die Lippe gelangte, aber auch unterhalb des Flussbettes der Lippe in Richtung Schwansbell weitergeführt wurde. War die Politik in all den Jahren nicht zugegen?

II. Zur politischen Bewertung:

Die Argumente der Landesregierung, des MGEPA und noch vor wenigen Monaten auch der Verwaltung der Stadt Lünen, das RWE-Gelände wäre zur Errichtung einer Forensik nicht (!) geeignet, wurden nun endlich fundamental entkräftet.
Nun ist die Verwaltung wie auch die Politik in Lünen wieder einmal aufgerufen, ihre Blockadehaltung gegen den Weg einer Kooperation mit dem Land aufzugeben. Auch sollten die Populisten der Parteien CDU und FDP und des Vereins der GFL den Beginn des neuen Jahres nutzen, der Vernunft wieder Vorrang einzuräumen, d.h. zu einer Perspektivlösung für unsere Stadt als wohl dem letzten rettenden Strohhalm zu greifen.

Glück Auf

Für die Bürgergemeinschaft PRO Victoria

Hans Laarmann (Vorstand/Technik)

HL 02.01.2018

Autor:

Hans Laarmann aus Lünen

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