Standort Forensik - Fragen der Ruhrnachrichten - Antworten der SPD-Fraktion

So schätzt die SPD-Fraktion die momentane Situation der Lüner Standortfrage i.S. Forensik ein:

1. Teilen Sie die Einschätzung des BI-Vorstandes, es sei so gut wie aussichtslos, eine Forensik in Lünen zu verhindern?

Wir hatten noch keine Akteneinsicht und es fehlen noch zu viele Fakten, um diese Einschätzung teilen zu können. Der Zeitpunkt ist somit verfrüht und resignieren ist in der Politik fehl am Platz. Ob es aussichtslos ist oder nicht, können wir somit erst dann definitiv sagen, wenn wir alle Informationen ausgewertet haben. Noch fehlen einige, wichtige Details.

2. Halten Sie es für richtig, den Widerstand gegen eine Forensik in Lünen aufzugeben und stattdessen zu versuchen, eine Forensik am Standort Victoria dadurch zu verhindern, dass ein Alternativstandort innerhalb Lünens benannt wird?

Nein! Erlensundern ist vom Land erst einmal als „nicht ungeeignet“ eingestuft worden. Der Widerstand der DO wird langatmig werden und Erlensundern ist somit noch lange nicht „die“ Alternative für Lünen. Außerdem halten wir es für ziemlich unsäglich, die Bürger gegeneinander auszuspielen. Wir haben im August einen sechsseitigen Brief an die Ministerpräsidentin geschrieben und alle Argumente aufgelistet, die gegen einen Standort in Lünen sprechen und wir betonen, dass es sich dabei nicht um Argumente nach dem St. Floriansprinzips handelt, sondern wir der Meinung sind, dass unsere Zukunftspläne – diese Stadt im regionalen Wettkampf fit zu machen, damit sie mithalten kann - durch eine Forensik konterkariert werden würden.

3. Kommen nach Ihrer Ansicht Erlensundern oder das Muna-Gelände Lünen/Bork als Alternativen in Betracht? Sehen Sie noch weitere Alternativstandorte?

Für die SPD-Fraktion kommt weder die Viktoriafläche in Betracht noch ein Alternativ-Standort.

4. Wenn Sie sich für einen Alternativstandort entscheiden müssten, welcher wäre das?

Diese Frage sollte erst dann beantwortet werden, wenn die Fakten alle offen liegen und der worst-case in Lünen nicht zu verhindern sein sollte. Es ist natürlich selbstverständlich, dass eine Forensik im Stadtzentrum oder unmittelbar an eine Wohnsiedlung angrenzend, als ungeeignet eingestuft werden muss. Wir haben als Kommunalpolitiker die Verantwortung für das Wohl der gesamten Stadt übernommen und haben die Ängsten der Bürger ernst zu nehmen. Die Lebensqualität ist nicht mehr dieselbe, wenn in unmittelbarer Nähe eine Forensik gebaut wird. Dies wird wohl niemand abstreiten können. Vor allem deshalb, weil sich niemand wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Deshalb ist es natürlich auch wichtig, dass wir Lüner uns mit dem Thema Forensik sachlich auseinandersetzen, egal, ob der worst-case eintritt oder nicht. Forensik ist ein Thema, dass die Gesellschaft in Gänze angeht. Sollte die Forensik in Lünen nicht zu verhindern sein, erst dann müssen wir mit den Bürgern im Planungsbeirat vertreten sein, zusätzliche Sicherheitsstandards fordern und von Anbeginn beteiligt werden, damit wir lernen, damit umzugehen und eventuelle Vorurteile ausräumen. Aber bevor wir so weit sind, versuchen wir alles, diese Stadt im regionalen Wettkampf fit zu machen und den Strukturwandel zukunftsfähig zu gestalten. Das ist unser oberstes Ziel. Eine Forensik würde dies unserer Meinung nach konterkarieren.

Autor:

Martina Meier (SPD) aus Lünen

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