Vom eigenen Versagen ablenken

In der einzigen noch vorhandenen Lüner Tageszeitung wurden am Donnerstag dieser Woche einige Leserbriefe von SPD- und CDU-Mitgliedern abgedruckt, die mir eine Antwort wert waren. Leider war angesichts von vier bereits eingereichten Antworten zu diesen Leserbriefen kein Platz mehr für meinen Kommentar. Ich habe ihn wohl schlicht und ergreifend etwas zu spät eingereicht. Daher sehe ich mich nun genötigt, ihn an dieser Stelle zu platzieren.

Was man da am Donnerstag an Leserbriefen in den Ruhr-Nachrichten lesen konnte, glich schon einem „Großangriff“ auf Jürgen Kleine-Frauns (GFL). Am Sonntag sind Bürgermeisterwahlen und da platziert man dann noch schnell einen negativen Leserbrief in Richtung politischen Gegner in der Hoffnung, dieser würde ihm am Sonntag entscheidende Stimmen kosten. Ich werde das Gefühl nicht los, dass man im Dunstkreis der „Ex-Groko“ tatsächlich Angst vor dem Kandidaten der GFL hat, denn warum sonst sollte man immer wieder die alten Kamellen seines SPD-Parteiaustritts von vor 7 Jahren aus der Mottenkiste holen und dem gemeinen Bürger aufgewärmt servieren? Wir leben bereits in 2015 und nicht mehr in 2008! Willkommen in der Gegenwart! Mir klingeln immer noch die Sprüche in den Ohren, dass man zum Wohle Lünens zusammenstehen und mit den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam aus der Misere kommen muss. Andersdenkende ohne passendes Parteibuch sind davon offenbar ausgenommen. Wenn dann die aufgezählten Erhöhungen im Bereich der Personalaufwendungen, den Mehrausgaben bei der U3-Betreuung oder bei den Transferleistungen als Umstände bezeichnet werden, die die Kommunalpolitik nicht zu verantworten hat, dann frage ich mich allen Ernstes, was die in den zwei Leserbriefen von Wolfgang Pfuhl (SPD) und Thomas Klüh (SPD) angesprochenen guten Kontakte des scheidenden SPD-Bürgermeisters Stodollick sowie des aktuellen SPD-Fraktionsvorsitzenden Möller zur Landes- oder Bundespolitik bewirkt haben? Sind dadurch etwa die städtischen Sozialleistungen auf ein verträgliches Maß geschrumpft? Nein, das Gegenteil ist der Fall. Offenbar waren nicht die richtigen Kontakte dabei. Jürgen Kleine-Frauns nun diese Art von Kontakten abzusprechen und als Ausschlusskriterium für das Bürgermeisteramt anzuführen, kann dann doch sicherlich nicht ernst gemeint sein und dient meiner Meinung nach nur einem Zweck: Vom eigenen Versagen abzulenken!

Autor:

Michael Folchmann aus Lünen

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