Der VfBer Ferdi Roch wird 70

Ferdi Roch

Von Bernd Janning

Lünen-Süd. „Hausgeburt am 25. Juli 1950, Jägerstraße 11, unten links, zweites Zimmer rechts!“ Ferdinand Roch, immer nur Ferdi genannt, ist für seinen trockenen Humor weit über seine Heimat Lünen-Süd bekannt. Am Samstag feiert der Mann, der sein zweites Wohnzimmer in der Kampfbahn Dammwiese des VfB 08 Lünen hat, seinen 70. Geburtstag.
Fußball ist sein Leben. Seine eigenen Erfolge sind ihm nicht wichtig. „In der Corona-Krise verlieren wir die Zuschauer. Die Jugendarbeit wird dabei immer schwerer. Das alles ist kaum für einen kleinen Verein zu stemmen!“ Helfen ist für ihn richtig.
Sein zweites Wohnzimmer fährt er jeden Tag mit dem Fahrrad an. Dort schaut er nicht nur, sondern packt mit an. So machte er jetzt zusammen mit Peter Tappe den Eingangsbereich sauber. „Es wird immer schwerer, Leute zu finden, die helfen!“ stellt er dazu kurz und richtig fest.
Als „Berater aus dem Hintergrund“, wie es das Geburtstagskind formuliert, sind er und seine Kumpel weiter gefragt. Mittwochs trifft er sich mit Achim Kissing, Markus Gies und Werner Nolte, alles Männer die ihre Freizeit für die Jugend opferten oder immer noch opfern. Es wird am Platz gefachsimpelt.
Wird er gefragt, erzählt er nicht von sich, sondern von anderen. So von seinem Bruder Friedhelm, der 1957 das Finale der Jugend-Bezirksmeisterschaft gegen den FC Schalke mit 1:2 verlor. „Mitgespielt haben da noch Broda, Konietzka, Eckey, Wendhofen, Krause und Co“, weiß er. Namen, die von den goldenen Zeiten der Süder erzählen.
Dann plaudert er doch über sich: „Werner Krause als mein Trainer hat mir immer gesagt, dass ich ein Guter bin, dass ich es aber trotzdem nur bis in die 3. Schüler schaffen würde.“ Aufgeben galt für Ferdi nicht. Er wollte Fußballer bleiben. Und blieb es. Seit 1976 widmet er sich der Jugendarbeit an der Dammwiese. „Außer der A-Jugend habe ich alle Nachwuchs-Mannschaften trainiert, war Jugendkassierer, und, und, und. Und auf Anraten seiner Frau Jutta war ich nie Jugendleiter.“
„Mädchen für alles“ lässt er sich titulieren, kassiert, macht den Platzwart. „Zehn Jahre alt ist der VfB-Kunstrasen. Beim Bau war Ferdi von 365 Tagen des Jahres 364 vor Ort, packte mit an. Alles hielt er auf Fotos fest, mit denen er heute Facebook füttert. Über zehn Jahre ist er schon Hallenwart der Sportstätte an der Dammwiese. „Solange diese Halle nicht abgerissen wird, mache ich diesen Job weiter!“ geht er mit Elan in sein nächstes Jahrzehnt.
Zuvor erinnert er sich: „1969 standen ich im Dortmunder Westfalenstadion mit unserer E-Jugend im Endspiel um den Ruhr Nachrichten-Pokal. Gegen Eintracht Scharnhorst verloren wir 0:3.“ Natürlich nicht, weil die Süder unbedingt schlechter waren. Roch hat da seine eigene Lesart: „Unsere Spieler guckten immer auf die Tribüne zu den ungewohnt vielen Zuschauern. Das lenkte sie ab. Stimmt es, Carsten?“ Carsten Broda spielte damals mit, ist wie das Geburtstagskind, ständig Gast auf der Süder Dammwiese.
Erinnerungen: „Da waren die Fahrten in die Jugendherberge nach Detmold oder in Lünens holländische Partnerstadt Zwolle. Schön war es, gibt es aber nicht mehr.“ Roch arbeitete am Pütt, ZW – Zentralwerkstatt - Derne. 25 Jahre war er dort Ausbilder. Ob dort bei der Arbeit, oder beim VfB am Ball. Er hat über 1000 Jugendliche ausgebildet. Für ihn war es früher einfacher. Heute sucht er nach Wegen, gerade die A- und B-Jugendlichen beim Ball zu halten.
Gehalten hat die Familie Roch. Sohn Andreas machte die Karriere, die dem Vater nicht vergönnt war. Er hütete zweimal in der Bundesliga für den VfL Bochum im Tor, stand in der Oberliga für Bochums Zweite und den VfR Sölde, zehn Jahre für den VfB Hüls und eines für den Lüner SV im Kasten. Neben Frau Jutta, mit der er im Oktober dieses Jahres Goldene Hochzeit feiert, werden Andreas und Frau Simone und die Enkel Adriane mit den Urenkeln Anna und Henri sowie Enkel Steven erste Gratulanten zum Geburtstag sein.

Autor:

Lüner SV Fußball e.V. aus Lünen

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