Deutscher Meister und Autor - Sportkegler Josef Schröder tot

Josef Schröder mit der Sieger-Medaille zur Deutschen Meisterschaft. Foto Jan-
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  • hochgeladen von Lüner SV Fußball e.V.

Von Bernd Janning

Lünen. Mit Josef Schröder verstarb am 19. Oktober 2019 im gesegneten Alter von 93 Jahren einer der bekanntesten Sportkegler der Stadt.
Am 1. Januar 1966 trat er dem kurz zuvor gegründeten Kegelsportclub (KSC) Lünen bei. Er war damit einer der ersten Mitglieder des Vereins, dem er immer die Treue hielt.
Über viele Jahre war er Leistungsträger des KSC, feierte er seinen größten sportlichen Erfolg 1987. Er sicherte sich in Saarbrücken bei der Deutschen Meisterschaft den Titel bei den Senioren B. Damals setzte er sich gegen starke Bundesliga-Konkurrenz mit 640 Holz, einem mehr als der Vize, durch. Kurz vor seinem 61., er kam am 19. Mai 1926 zur Welt, machte er sich selbst das schönste Geburtstagsgeschenk. Schröder war der erste Lüner Sportkegler, der in der Männerklasse einen Deutschen Meistertitel erspielte.
Bereits 1966 wurde er mit 783 Holz Vize-Gaumeister, Vierter der Westdeutschen (784) und Neunter (751) bei der Deutschen. Vor seinem Erfolg in Saarbrücken wurde er Vize-Bezirksmeister (615), Gaumeister (632) und wieder Vierter (614) bei der Westdeutschen.
Sein Sohn trat später als Sportkegler in die Fußstapfen seines Vaters. Dieser schrieb mit 80 Jahren noch ein Buch. Darin berichtete der Lüner von seiner Kriegsgefangenschaft. Dabei wurde aus einem Manuskript in der Zweitfassung ein einzelnes, mit der Maschine geschriebenes und gebundenes Exemplar, da noch mit dem Titel „Jahre die man nie vergisst“. Die Tochter schenkte es dem Vater.
Dann wurde eine Verlagsmitarbeiterin auf das Buch aufmerksam, ergänzte, verbesserte und betitelte es mit „Durchhalten - Von Ostfriesland über Kurland in die sowjetische Gefangenschaft 1945 - 1949“,
Schröder machte damals mit 17 Jahre eine kurze Ausbildung bei der Marine, wurde dann im Kurland-Kessel verwundet. Wieder gesund, geriet er 1945 in der Nähe von Danzig in sowjetische Gefangenschaft. In Güterwagen wurde mit fast fünf Dutzend anderen Soldaten nach Sibirien gebracht. Drei Wochen dauerte der menschenunwürdige Transport. Am Ziel mussten Uniform und Unterwäsche gegen zusammengesuchte Kleidung getauscht werden.
In seinem Buch erzählte Schröder von den Einschränkungen im Lager, zeigte aber gleichzeitig auch Verständnis für die Lage der Menschen in der Sowjetunion. Er schrieb von den kleinen Tricks, die das Überleben ermöglichten, von der wieder dreiwöchigen Rückfahrt, wieder im Güterwagon, jedoch dieses Mal in Richtung Heimat. Deren Boden betrat er im März 1949 im Durchgangslager Friedland wieder.
KSC-Vorsitzender Karl-Heinz Laux: „Als er nicht mehr aktiv an den Punktspielen teilnahm, kam er immer noch regelmäßig zum Training. Auch als er seinen geliebten Kegelsport nicht mehr aktiv ausüben konnte, verfolgte er ihn bei den Damen, derzeit sind wir mit dem ersten Team Spitzenreiter in der Bundesliga, und Herren mit großem Interesse.“

Autor:

Lüner SV Fußball e.V. aus Lünen

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