Glück ist ein Spaziergang im Regen

Das Fußbad in der Pfütze war eine Reise in die Kindheit.
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  • Das Fußbad in der Pfütze war eine Reise in die Kindheit.
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Mittwoch ist der Weg ins Büro ein anderer, denn für eine Woche trage ich nun keine Schuhe. Alltag für tausende Menschen auf der ganzen Welt, für mich ein spannendes Experiment.

Der Boden ist kühl an diesem Morgen vor unserer Geschäftsstelle. Die Augen scannen die Steine. Kein Kaugummi? Keine Scherben? Keine Hundehaufen? Gut! Los! Nein! Stopp! Ein Radfahrer hält zwei Meter von mir entfernt und ich mache unwillkürlich einen Schritt zurück hinter ein Auto. "Mensch, stell dich nicht an, du trägst nur keine Schuhe,", schreit mein Hirn. Klar, im Schwimmbad ist das kein Thema, aber hier in der City ist es in der ersten Stunde meines Experiments ein Gefühl, als laufe ich ohne Kleidung über den Marktplatz. Termine habe ich heute keine und das ist vielleicht ganz gut für den Anfang der Barfuß-Woche. Im Internet gibt es schon eine Menge Reaktionen auf meine Idee und - das überrascht mich ehrlich gesagt - nur wenige Negativ-Kommentare. Im Gegenteil: Viele Nutzer "outen" sich selbst als Barfuß-Läufer, der eine macht es zu jeder Gelegenheit, der andere nur im Urlaub. Die Unterstützung ist überhaupt toll: Allpresan, Hersteller von medizinischer Hautpflege, stellt mir zum Beispiel für die Woche eine ganze Kiste mit Produkten zur Verfügung. Der Tag im Büro verläuft aus Barfuß-Sicht ohne nennenswerte Vorkommnisse, doch ich bin gespannt auf den Abend.

Einladung zum Barfuß-Training

Nach Feierabend muss ich noch in den Supermarkt und wieder ist da dieses Gefühl. Ohne Schuhe durch die Gänge zu laufen, ist schon im Vorfeld eine seltsame Vorstellung. Der Boden auf dem Parkplatz ist richtig schön warm, ganz im Gegensatz zu den Fliesen im Markt. Im Bereich der Kühltheken kriecht die Kälte fast schon schmerzhaft in die Fußsohlen. Viele Kunden bemerken gar nicht, dass da gerade einer ohne Schuhe neben ihnen steht und nur hier und da wirft mal einer einen verstohlenen Blick auf meine Füße. Das Gefühl bleibt aber, so verschwinde ich nach dem Einkauf lieber wieder schnell im blickdichten Auto - ab nach Hause! Die Füße baumeln im Wasser des von Podologin Ute Gössing verordneten Fußbades, da checke ich auf dem Handy noch schnell die letzten Reaktionen. Normen Degener schreibt mir eine Nachricht. Der Rehasporttherapeut und Heilpraktiker bietet im  EnyGym in Lünen ein Barfuß-Training an und lädt mich ein zu einer Probestunde im Rahmen meiner Versuchswoche. Zwei Jahre schon gebe es die Barfuß-Gruppe schon und die Teilnehmer berichteten nur Gutes, erzählt Norman Degener. Klingt spannend und so machen wir für Montag einen Termin. Fazit des ersten Tages:Barfuß-Läufer brauchen ein gutes Selbstbewusstsein!

Laufen wird zum Erlebnis

Donnerstag, der zweite Tag, beginnt, wie der erste Tag endete - im Supermarkt. Die Eindrücke und vermutlich auch meine Unsicherheit haben mich am Vorabend wohl ziemlich abgelenkt und nun fehlt die Hälfte der Einkäufe. Im Markt treffe ich Ben, zehn Monate. Ben macht gerade die ersten Schritte seines Lebens - am Kinder-Einkaufswagen stakst er fröhlich durch den Markt. Ohne Schuhe! Ben ist das mit Sicherheit nicht peinlich und das bringt mich ins Grübeln. Kinder sind viel freier in ihrem Handeln, was passiert mit uns auf dem Weg zum Erwachsenen? Wir Erwachsenen machen das, was die Gesellschaft von uns erwartet und was eben alle machen und vergessen darüber vielleicht oft unsere wirklichen Bedürfnisse. Wer Barfuß läuft, der kommt auf jeden Fall mit anderen ins Gespräch. Viele Kunden haben vom Versuch gelesen und erzählen mir von ihren Barfuß-Erfahrungen. Erfahrungen mache ich auch, denn langsam melden sich die ersten Muskeln in den Beinen. Muskelkater war zu erwarten, denn das Laufen ohne Schuhe fordert den Körper in besonderer Weise. Unebenheiten, die mir mit Schuhen nie aufgefallen wären, balanciere ich aus und erfahre meine Umgebung auf eine völlig neue Art und Weise. Morgentau auf der Wiese, Blätter im Wald, ein umgestürzter Baum. Fazit des zweiten Tages:Laufen wird ohne Schuhe zum Erlebnis!

Reise in die Kindheit

Der Freitag startet mit Test-Wetter wie auf Bestellung, denn "Barfuß im Regen" stand tatsächlich auf meiner Wunschliste für die Versuchswoche. Wow! Ohne Schuhe durch den Regen zu laufen, das klingt unspektakulär, ist aber ein geniales Gefühl. Jede Pfütze nehme ich mit und ja, das macht riesigen Spaß! Hallo Kindheit!  Fazit zur Halbzeit des drittenTages: Glück ist ein Spaziergang ohne Schuhe im Regen!

Thema "Gesundheit" im Lokalkompass:
Mittwoch starte ich den Barfuß-Versuch

Das Fußbad in der Pfütze war eine Reise in die Kindheit.
Ben lernt gerade laufen - am liebsten ohne Schuhe!
Autor:

Daniel Magalski aus Lünen

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