Glück ist eine feuchte Hundeschnauze

Melanie Driefer und Queen kommen gerne zu Adrian und seiner Familie, hier mit Mutter Anita.
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  • Melanie Driefer und Queen kommen gerne zu Adrian und seiner Familie, hier mit Mutter Anita.
  • Foto: G. Protze / Fotostudio Bildnis
  • hochgeladen von Daniel Magalski

Adrian ist ein fröhlicher Junge. Er lacht gerne. Er geht in den Kindergarten. Und doch ist der 5-Jährige anders. Er kann nicht sprechen, nicht laufen, nicht essen, nicht trinken. Adrian ist schwer behindert.

Es passierte in der Schwangerschaft. Aus irgendeinem Grund wurde Adrian im Bauch von Mama Anita Fels eine Zeit lang nicht versorgt. Mit Folgen. "Adrian kam mit einer schweren Hirnschädigung zur Welt", erzählt Anita Fels. Adrian liegt auf dem Boden und lacht. Seine Augen strahlen schelmisch. Dann wirft er seine blonden Locken hin und her. "Unser kleiner Sonneschein", sagt Anita Fels. Doch es gibt auch die anderen Tage. Wenn der Schleim in Adrians Lunge das Atmen schwer macht. Wenn heftige Infekte den kleinen Körper quälen. Mama Anita: "Besonders im Winter ist das schlimm." Pflegestufe 3 hat der kleine Adrian und ein Schlauch kommt da aus seinem Bauch, wo bei Kindern in seinem Alter kein Schlauch sein sollte. Doch es geht nicht anders. Adrian wird über eine Magensonde ernährt. Um seine Eltern Anita und Andreas etwas zu entlasten, kümmert sich Krankenschwester Andrea jeden Tag vier Stunden um ihn. Schließlich wollen auch seine großen Schwestern Amelie und Alina Aufmerksamkeit. Kein leichter Job für Mama und Papa. Adrian lacht wieder, während seine Mutter über so ernste Dinge spricht.
"Ich weiß nicht, was da in seinem Kopf herumspukt", sagt Anita Fels. "Wer Adrian so gut kennt wie wir, kann aber auch an seinem Blick erkennen, was er will." Doch es gibt eine, die Adrian ganz ohne Worte versteht: Therapiehündin Queen. Seit ein paar Monaten sind Adrian und sie dicke Freunde. Queen sitzt einfach nur da und wartet auf Adrian. "Kein Druck, kein Zwang, es gibt keine Erwartungshaltung", beschreibt Melanie Driefer aus Lünen, was die Therapie mit der Labradorhündin so anders macht. Sie ist zusammen mit Queen ein Therapiehunde-Team, hat mit dem Hund auch schon bei schwer erziehbaren Jugendlichen Erfolge erzielt. Adrian tut es gut, wenn er Queenie durch das weiche Fell streicheln darf. Melanie Driefer: "Er ist dann viel aufmerksamer bei seinen Übungen. Adrian versucht sich zu bewegen, weil er zu Queen möchte." Der Kontakt mit dem Therapiehund klappt so gut, dass die Familie nun einen eigenen Hund geholt hat. Betty, einen Labradormischling aus dem Tierheim.
Gerne würde die Familie Fels ihrem Adrian wieder eine Reittherapie ermöglichen, um seine steifen Muskeln zu lockern.
Oder den neuen Familienhund Betty zu einem richtigen Therapiehund ausbilden lassen. Das ist wohl nicht drin, es kostet einfach zuviel Geld für die Familie, die aus Selm in ein kleines Häuschen am Rande von Lüdinghausen umgezogen ist. Schon der Kampf mit den Krankenkassen braucht viel Kraft. Therapien mit Tieren bezahlen nur die wenigsten. "Weil es wissenschaftlich kaum Nachweise gibt", so Melanie Driefer. Sie weiß, was ihre Queenie kann. Die feuchte Hundeschnauze ist Adrians großes Glück.

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