Hasan sucht seit Wochen den Unfall-Fahrer

Hasan Turan im Krankenbett, neben ihm auf dem Nachttisch steht zum Üben ein Teil der Protese für das rechte Bein.
  • Hasan Turan im Krankenbett, neben ihm auf dem Nachttisch steht zum Üben ein Teil der Protese für das rechte Bein.
  • Foto: Magalski
  • hochgeladen von Daniel Magalski

Hasan Turan hat Schmerzen im rechten Fuß. Phantomschmerzen. Ärzte amputierten dem Gerüstbauer nach einem schlimmen Unfall das Bein bis unter das Knie. Der Unfall-Verusacher beging Fahrerflucht, von ihm fehlt weiter jede Spur.

Hasan Turan und seine Freundin Songül Ashauer aus Lünen hoffen seit fünf Wochen vergeblich auf Hinweise. "Der Mensch, der Schuld an meinem Schicksal ist, soll gefasst werden", sagt Turan. Der Lüner ging am frühen Morgen des ersten Advent als Fußgänger auf dem Seitenstreifen der Walter-Kohlmann-Straße - zwischen Gahmen und der Ardey-Kreuzung erfasste ihn der Audi. Die Wunde der Amputation heilt schlecht und Hasan Turan denkt mit gemischten Gefühlen an die Zeit nach der Klinik. "Im Krankenhaus bekomme ich Essen und Tee direkt ans Bett, zu Hause muss ich das alleine schaffen, wenn meine Freundin arbeiten ist", so der Lüner. Hasan Turan nennt die Zeit nach dem Unfall sein zweites Leben. Im Krankenhaus gab man ihm während der Notfallmaßnahmen fast vier Liter Blut. Hasan schwebte über Tage in Lebensgefahr. Die Zeugin, die am Unfallort stoppte und den Schwerverletzten findet, ist seine Lebensretterin. "Die Frau nahm mein Handy, dann endet meine Erinnerung und ich verlor das Bewusstsein - ohne ihre Hilfe wäre ich wohl neben der Straße gestorben", überlegt Turan.

Ermittler in Dortmund hoffen auf Hinweise

Die Ungewissheit quält Hasan Turan und Songül Ashauer, denn die Ermittler der Polizei tappen im Dunkeln. "Neuigkeiten gibt es in diesem Fall im Moment nicht", so Nina Vogt von der Pressestelle der Polizei in Dortmund auf Anfrage. Unfallopfer Turan glaubt, dass der unbekannten Autofahrer den Zusammenstoß sicher bemerkte, denn "der Wagen gab nach dem Unfall Gas". Das Auto flüchtete Richtung Dortmund, vielleicht auch zur Autobahn, zum Beispiel in eine Stadt irgendwo im Ruhrgebiet. Wege und Möglichkeiten gibt es viele, aber keine Hinweise. Hoffnung gibt der am Unfallort gefundenen Seitenspiegel. "Der Spiegel ist von Audi, hat die Farbe Schwarz oder Anthrazit und wurde bei den Modellen A 3, A 4 und A 6 verbaut", so Polizeisprecherin Vogt. Die Polizei sucht dringend Zeugen. Hasan Turan übt in der Zwischenzeit in der Klinik für das Leben nach der Behandlung, für das Leben ohne sein rechtes Bein.

Thema "Hasan Turan" im Lokalkompass:
>Fall Turan: Ermittlern fehlen Hinweise
>Fahrerflucht: Hasan Turan verlor sein Bein

Autor:

Daniel Magalski aus Lünen

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