Spritpreis lass nach! Der Facebook-Tankboykott am 1. März

Der Griff zum Zapfhahn wird wohl zum Luxus.
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Sie treiben jedem Autofahrer fast die Tränen in die Augen, sogar den Dieselfahrern: die momentanen Spritpreise auf Rekordniveau.
Widerstand regt sich deshalb im Internet.

„Am 1. März deutschlandweit nicht tanken“, lautet ein Aufruf auf Facebook. Mehr als eine Millionen Nutzer wollen bereits mitmachen, darunter viele Lüner. „Macht mit und tankt diesen einen Tag nicht. Dieser Tag soll den Öl-Multis die Macht der Konsumenten – nämlich unsere – zeigen!“, sagt der Initiator Andy Adam.
Doch was könnte ein solcher Boykott wohl bewirken?

Wir fragten bei Sigfried Erdelhoff in Horstmar nach, er ist Besitzer der freien BFT-Tankstelle. „Ich unterschreibe diesen Boykott sogar und finde es persönlich gut, aber es wird wohl nur ein Zeichen sein“, sagt Erdelhoff, der sich noch gut an ähnliche Aktionen erinnert: die autofreien Sonntage im Jahre 1973. „Und die haben ja letztlich auch nichts gebracht. Es hat sich nichts geändert“, so Erdelhoff.

Dass am 1. März weniger Geld in seine Kasse rollen könnte, nimmt er gelassen. „Auch wenn es an diesem Tag vielleicht nicht so schön ist, sich die Beine in den Bauch zu stehen.“ Aber er versteht den Groll der Autobesitzer nur allzugut. Denn schließlich ist er genauso abhänging von den schwankenden Preisspannen. „Ich verdiene am teuren Sprit keinen Cent mehr“, so Erdelhoff.
Im Schnitt bleiben ihm zwei Cent pro Liter, „die meisten Pächter der großen Namen, bekommen etwa einen Cent garantiert. Aber im Gegensatz zu denen muss ich sehr viele Kosten noch selbst tragen.“ Erdelhoff muss dazu den Sprit zu bestimmten Preisen einkaufen, da kann es passieren, dass er mal Glück hat bei danach folgenden Preiserhöhungen. Aber gehen die Spritpreise der großen Marken dann „unerklärlicherweise“ runter, muss Erdelhoff notgedrungen wieder mitziehen und den Sprit sogar mit Verlust verkaufen.

Wer auf das Auto angewiesen ist, muss so oder so immer wieder tanken und tief in die Tasche greifen. Erdelhoffs Tipp: „Man muss die bombardieren die Regierung, mit Beschwerdebriefen oder Mails. Es ist doch klar, dass die Regierung gerade mit 19 Prozent Mehrwertsteuer auch an hohen Preisen mehr verdient und sie somit nichts dagegen unternimmt.“ Zur Info: Bei jedem Liter kommen neben dem Mehrwertsteuer außerdem 65,5 Cent Mineralölsteuer hinzu.

Ob sich etwas ändert nach dem Boykott bleibt zu bezweifeln, so sieht es selbst auch der Facebook-Initiator der Aktion Andy Adam: „Ja, dieser eine Tag wird nichts verändern, aber es ist ein einmaliger, symbolischer Schlag in die Kassen der Mineralölkonzerne. Er zeigt, das wir uns organisieren können und ihre skrupellose Abzocke nicht mitmachen.“ Bleibt abzuwarten, wie viele wirklich konsequent dem Zapfhahn fern bleiben...

Was meinen Sie zum Boykott?

Haben Sie andere Lösungsvorschläge in Sachen Spritpreise?

Autor:

Holger Schmälzger aus Dortmund-Süd

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