Wo Krokodile die Straße kreuzen

Die Straße der Krokodile
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  • Die Straße der Krokodile
  • Foto: Uwe Abramowski
  • hochgeladen von Claudia Prawitt

Eine Straße, auf der sich die Krokodile tummeln, ist sicher kein alltäglicher Anblick. Es sei denn, man ist auf der Transpantaneira in Brasilien unterwegs. So wie Uwe Abramowski. Der Lüner befuhr die 145 Kilometer lange Schotterstraße, um Fotos zu machen. Tierfotos, um genau zu sein.

Die Straße führt ins Pantanal, eines der größten Binnen-Feuchtgebiete der Welt. Dort leben über 30 Millionen Kaimane. Ein Paradies für Uwe Abramoswki, dessen große Leidenschaft Krokodile sind. „Ich war im Oktober dort, in der Sommerzeit. Dann ist das Gebiet nicht mehr überschwemmt und die Kaimane versammeln sich in den Tümpeln“, so der 57-jährige Polizist. Und nutzen eben auch gerne einmal die aufgeschüttete Straße. „Sie sind ganz friedlich, ganz ungefährlich“. Früher wurden sie gejagt, heute sind sie geschützt. „Kaimane ernähren sich hauptsächlich von Fischen. Und sie jagen gemeinsam. Sie schwimmen auf eine Stelle zu, treiben die Fische vor sich her, bis diese keinen Ausweg mehr haben.“ Das konnte der Lüner hautnah beobachten.
Krokodile faszinieren ihn, weil sie sich seit Millionen von Jahren praktisch nicht verändert haben. „Sie sind anpassungsfähig und können ein ganzes Jahr ohne Nahrung auskommen“, weiß Uwe Abramowski. „Krododile werden uns noch überleben“, prophezeit er.

Die Reise, übrigens seine erste nach Brasilien, organisierte er vom heimischen PC aus. Schon allein die Anreise war aufwendig. Mit dem Flieger ging es über Düsseldorf, London, Rio de Janeiro (wo er drei Tage blieb) nach Cuiabá. Dort mietete sich Uwe Abramowski ein Auto und fuhr in die 100 Kilometer entfernte Kleinstadt Poconé, die am Eingang des Pantana liegt. „Eine Unterkunft habe ich erst vor Ort gebucht, nach dem Motto: frei oder nicht frei.“ Es klappte. Im Gegensatz zu den Krokodilen. „Ich konnte weit und breit keine entdecken“, so der 57-Jährige. Als die Temperaturen sich dann abkühlten, tauchten die Kaimane aber auf, im wahrsten Sinne des Wortes. Und gaben jede Menge spannende Fotomotive ab – ebenso wie eine Vielzahl anderer exotischer Tiere, darunter Papageien, Capybaras (Verwandte der Stachelschweine), Ameisenbären und Riesenstörche. Ein Traum für den begeisterten Tierfotografen, der vier Speicherkarten für jeweils 1.000 Bilder dabei hatte.

Uwe Abramowski fotografiert schon seit 30 Jahren Tiere, ist dafür weit in der Welt herumgekommen: Sri Lanka, Malediven und auch Afrika. Und hat dabei vieles erlebt. Aufregendes, aber auch witziges. Zum Beispiel in Sambia, wo er die Gelegenheit hatte, in einem Einheimischen-Dorf zu wohnen. „Ich hatte ihnen vorab schon mal einen Seesack mit meiner Kleidung mitgegeben, damit ich am nächsten Tag nicht alles schleppen musste. Als ich dann ins Dorf kam, hatten sie meine Kleidung und Schuhe an. „Sie dachten wohl, es sei ein Geschenk“, erinnert sich der Lüner schmunzelnd.

Und was plant Uwe Abramoswki in Zukunft für Reisen? „Ich würde gerne noch einmal ins Pantanal fahren. Schließlich habe ich nicht die ganzen 145 Kilometer bis zum Ende geschafft. Die Straße ist sehr holprig und ich konnte nur langsam fahren, um das Auto nicht zu beschädigen“, so der Lüner. Beim nächsten Mal möchte er vor allen Dingen die Pumas sehen, die im nördlichen Teil des Naturparadieses leben. Der Weg ist das Ziel – das gilt ganz besonders für die Transpantaneira.

Autor:

Claudia Prawitt aus Lünen

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