Die Internationale Messe mit fast nur nationalen Ausstellern
IAA Frankfurt, alles im Griff auf dem sinkenden Schiff?

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Was ist denn da los?! Laut Kraftfahrtbundesamt gibt es in Deutschland 34 „marktrelevante“ Autohersteller. Lediglich 15 Automarken stellen ihre Fahrzeuge zur Schau. Abgesehen von Lamborghini fehlen die Italiener komplett. Kein Fiat, Alfa Romeo, Lancia, Maserati oder Ferrari. Aus Japan hat es Honda nach Frankfurt geschafft, Toyota, Nissan, Suzuki und Mazda sind nicht zu finden. Die Amerikaner fehlen in Gänze. Gleiches gilt für die Franzosen. Renault und Peugeot gleich Fehlanzeige. Aus England sind Jaguar und Land Rover vor Ort. Aston Martin, Bentley und Rolls Royce sucht man vergebens.

Mit dem IAA 2019-Motto „Driving tomorrow“ vermittelt die Messe den Eindruck im Wandel zu stehen. Weniger Publikumsmesse, mehr Fachmesse. Zulieferer wie Bosch, Kirchhoff, ZF, Schaeffler, Continental und viele mehr präsentieren sich selbst sowie Know-How und ihre Visionen.

Der Weg nach Frankfurt lohnt sich trotzdem

Die sich präsentierenden Hersteller bieten Schau und Show. Audi zeigt neben seiner Modellpalette auch Studien, die den Eindruck vermitteln, als hätte man den Ingenieuren gesagt „mach doch, was du willst“ und dieser hätte mit „ok“ geantwortet. Als Beispiel sei der Supersportwagen angesprochen. Drei E-Motoren, einer für die Vorder-, zwei weitere an der Hinterachse, produzieren ca. 600 PS, in der „Boost-Funktion“ fast 800PS. Der Fahrer steigt auf der Fahrerseite ein, drückt einen Knopf und wird elektrisch, im Sitz in die Fahrzeugmitte bewegt. Beim Fahren auf der Rennstrecke wird, via Display die Ideallinie auf die bis zum Fußraum reichende Windschutzscheibe projiziert. Macht das Sinn? Nein, aber Spaß!

Auch BMW ist mit der gesamten Modellpalette auf der IAA. Dazu gesellen sich diverse Studien, wie zum Beispiel ein Motorrad mit E-Antrieb, die Sportwagen-Studie „BMW Vision M Next“, der optisch an den legendären BMW M1 erinnert. Dazu gesellt sich der „BMW Concept 4“, der in der Erscheinung als straßentaugliches Auto da steht. Wer am liebsten gleich morgen den Asphalt kraftvoll nach hinten schieben möchte, dem sei die Besichtigung des BMW M8 empfohlen. BMWs Alternative zum Verbrennungsmotor nennt sich, neben dem Stromer i3, „BMW i Hydrogen NEXT“ und wird durch einen Brennstoffzellen-Motor, montiert in einem BMW X5 angetrieben. Markteinführung leider nicht dem „NEXT“, auch nicht überNEXT. Das Auto ist nur eine Studie. Auch den BMW Ingenieuren hat jemand gesagt „macht mal“ und so steht die Studie „BMW VISION i NEXT“ auf dem Messestand. Dieses Auto zu beschreiben fällt schwer, besser ist ansehen.
BMW-Tochter MINI zeigt sich auch komplett und stellt neben dem Strom-Mini auch einen Benziner, der zum Gratulieren erlaubt zur Schau. Der 10.000.000 Mini steht in Frankfurt.
Ford zeigt „Ecoboost Hybrid“, „Hybrid“ und „Plug-In-Hybrid“. Das sind keine Passworte, um in den VIP-Bereich zu kommen, das sind die Ford-Maßnahmen, um Kraftstoff zu sparen. Auch Ford hat alle Autos auf der Messe und dazu Werks-Mitarbeiter, die wirklich jede technische Frage beantworten.

Honda präsentiert, neben den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, den „Honda e“. Laut Honda ist das Auto für die Straße zulassungsfähig. Der Honda e, der an einen VW Golf 1 mit rund gefeilten Ecken erinnert, hat anstelle von Außenspiegeln, rechts wie links kleine Kameras. Der Blick nach hinten funktioniert durch Monitore, die rechts wie links in den Ecken des Armaturenbretts eingelassen sind. Honda nach soll ab Frühjahr 2020, nach Überweisung von mindestens 33.850 Euro der 136PS- oder für dreitausend Euro mehr der 154PS-Strom-Motor den Fahrer von A nach B bringen, wenn „B“ innerhalb von 200 Kilometern liegt.

„L“ wie Lamborghini

Der einzige Italiener auf der Messe ist mit drei Fahrzeugen vor Ort. Das Highlight ist der „Sián“, der die Herstellungsnummer 63 trägt. Das gummibereifte Geschoss ist auf 63 Fahrzeuge limitierte. Das Auto hat einen E-Motor! Der leistet 25kW (34 PS) und unterstützt den 12-Zylinder Benzin-Motor in „V-Bauweise“. Die Systemleistung von 602kW (819 PS). Mit 720 Newtonmeter schiebt das Fahrzeug in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und hört bei 350km/h auf, den Fahrer in den Sitz zu drücken.

An Land Rovers Premiere, dem Defender, und Jaguar vorbei führt der Weg zu Mercedes Benz.
Vor der Mercedes-Halle stehen alle Autos mit Stern, von „A“ bis „S“. Im Foyer wird der Besucher von einer S-Klasse-Maybach begrüßt, hinter der sich Exponate der Mercedes Sportschmiede AMG aufreihen. Seine Premiere dort feiert der AMG GLE 53 und der „normale“ Mercedes GLB. Die Mercedes Strom angetriebenen fehlen nicht, neben Fahrzeugen der Marke Smart ist die „EQ“-Modellreihe vertreten. In der Mercedes-Halle zeigt sich der Hersteller visionär. Die Interpretation vom Autonomen Fahren und zukünftige Möglichkeiten der E-Mobilität mit Stern auf der Motorhaube werden auf einer Showbühne vorgestellt.

Nicht überall, wo Turbo dran steht, ist auch ein Turbo drin

Porsche legt den Focus auf den neuen „Taycan“. Neben dem Formel-E-Rennwagen und Erweiterungen der 911 Modellpalette, als auch Hybrid-Versionen ist der Mittelpunkt, des Zuffenhausener Messestandes, der erste Porsche mit elektrischem Antrieb. „Taycan Turbo“ und „Taycan Turbo S“ nennen sich die gezeigten Autos. Der Typbezeichnung irritiert, denn nicht überall, wo Turbo dran steht ist ein Turbo drin und diese Modelle haben keinen „Turbolader“. Der vier-Türer mit vier Sitzen ist das erste Serienfahrzeug, mit 800 Volt Systemspannung, üblich sind 400 Volt. 80 Prozent seiner bis zu 412 Kilometer Reichweite füllt der Wagen in 22,5 Minuten in die Batterie. Technische Daten „Taycan Turbo S“: 460 kW (625PS) im „Overboost“ 560 kW (761PS). Mit einem Leergewicht von 2.295kg drücken 1.050 Newtonmeter maximalem Drehmoment die Tachonadel nach 2,8 Sekunden auf 100km/h und nach 9,8 Sekunden ist sie bei 200 km/h. Bei 260km/h ist Schluss mit Beschleunigung.

Der Blickfang, möglicher Weise auf den zweiten Blick, bei Skoda ist der „Citigo e iV“. Der Strom angetriebene Stadtflitzer hat einen Basispreis von 20.950 Euro, Kofferraum-Volumen von 250 Liter, bei umgelegter Rücksitzbank 923 Liter Ladevolumen und ein Ausstattungsmerkmal, das außergewöhnlich ist. Es ist das Smartphone des Fahrers. Mit der Dockingstation verbunden wird das Smartphone zum Display für Fahrzeugdaten, Navigation, Media-Player und zur Steuerung der Klimaanlage. An die Steckdose muss der Skoda nach maximal 260 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 130 km/h.

Von der Tochter Skoda, zur Mutter VW. Volkswagen präsentiert sich mit Elektro-Autos. Von der Vision bis zum neuen E-Golf, der auf den Namen ID.3 getauft wurde. Ab Mitte 2020 wird der „ID.3“ auf deutschen Straßen fahren. Im Transfer vom eigenen auf das VW-Konto erhält man für knapp unter 30.000 Euro den kleinsten der drei Stromer. Drei „Motoren“ wird es mit dem ID.3 geben: 45 kWh mit Reichweite bis 330 km, 58 kWh mir maximaler Reichweite bis 420 km und für Touren bis 550 km gibt es das 77 kWh Akku. Nach 30 Minuten „Schnellladen“ fährt das Auto bis zu 290 Kilometer, um an der nächsten Ladestation angeschlossen zu werden.

Die IAA 2019 bietet Information und Erlebnis, mehr als hier beschrieben. Und auch wenn das „I“ für „International“ von „IAA“ zu dieser Messe klein geschrieben werden könnte, so zeigen die deutsche Automobilindustrie nebst deren Zulieferern ein klares Bild, wie die Mobilität von Morgen aussehen könnte.

Die IAA in Frankfurt läuft noch bis zum 22. September. Eintrittspreise am Wochenende betragen bei Online-Kauf 15 Euro, an der Kasse vor Ort 17 Euro. Wochentags beträgt der Preis für die Tageskarte, online, 13 Euro und vor Ort 15 Euro.

Autor:

Peter Meißner aus Lünen

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