So war's damals: Das Drama unter Tage

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Polizisten halten in der Schreinerei der Zeche die Totenwache an den Särgen der Kumpels. (Foto: www.minister-achenbach.de)
Trauer und Leid statt fröhliche Weihnacht: Ein Drama unter Tage schockierte vor hundert Jahren Brambauer. Im Schacht der Zeche Minister Achenbach verloren 49 Kumpel bei einer Schlagwetterexplosion ihr Leben.

Es war noch früh am Tag, als am 18. Dezember 1912 eine Schlagwetterexplosion die Zeche erschütterte. Gefährliches Grubengas hatte sich in der dritten Sohle entzündet und so das Unglück ausgelöst. Vor den Toren der Zeche warteten Angehörige und Kumpels auf Nachrichten aus der Tiefe. Das Weihnachtswunder blieb für die meisten Wartenenden aus. Als die Rettungsmannschaften zu den Verunglückten können, wird deutlich, wie schlimm die Explosion wirklich war. Von 60 Arbeitern unter Tage waren 48 Bergleute waren sofort tot, ein Bergmann starb Heiligabend im Krankenhaus. Die Särge wurden in der Schreinerei der Zeche aufgebahrt. Elf Kumpels wurden zum Teil schwer verletzt, kamen mit Knochenbrüche, Brandwunden und Rauchvergiftungen aber mit dem Leben davon. Über hundert Kinder machte die Schlagwetterexplosion zu Waisen. Die Gewerkschaft zahlte nach dem Unglück 50.000 Mark in einen Hilfsfond für die Hinterbliebenen ein. Witwen bekamen daraus eine kleine Rente, die kaum zum Leben reichte. Das schwere Grubenunglück vom Dezember sollte nicht der einzige schwarze Tag in der Geschichte des Bergbaus in Brambauer bleiben: Nur zwei Jahre später sterben bei einer weiteren Schlagwetterexplosion auf Minister Achenbach 24 Kumpel. Im Oktober 1917 fordert ein Grubenunglück 17 Tote. In den folgenden Jahren mussten die Menschen in Brambauer bei weiteren Schlagwetterexplosionen immer wieder um das Leben der Bergleute bangen. Frauen, die oft aus finanziellen Gründen schnell erneut geheiratet hatten, wurden zum zweiten Mal zur Witwe.

Mehr aus der Serie "So war's damals...":
> Der Tod kam aus der Luft
> Kohle, Kräne und Kanal
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2 Kommentare
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Jürgen Thoms aus Unna | 18.12.2012 | 10:43  
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Patrick Martin aus Bergkamen | 19.12.2012 | 21:06  
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