GFL: Aus dem Mauerbau an der Laakstraße lernen

Die Gabionenwand in Nordlünen ist ein unschönes Unikat in Lünen.
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Nordlünen. Die massiven Gabionenwände entlang der Laakstraße stehen seit Wochen in der kritischen öffentlichen Diskussion ganz oben. Die 1,80 Meter hohen und 115 Meter langen Bauwerke stehen zu recht in der Kritik, findet auch die Fraktion der Wählergemeinschaft Gemeinsam Für Lünen. Die Mauer hat den Ortsteil negativ geprägt und die Stimmung in dem Wohngebiet strapaziert und verschlechtert.

Vor diesem Hintergrund will die GFL jetzt schonungslos klären lassen, wer für diese Art der Schallschutzwände verantwortlich ist. Dazu sollen alle Fakten des baurechtlichen und politischen Entscheidungsprozesses offen gelegt werden. Einen entsprechenden Antrag stellt die GFL jetzt an den Rat der Stadt, der am morgigen Donnerstag, 2. März, tagt.

Die Verwaltung soll aufklären, wie es zu der Materialauswahl dieser Gabionenwände und ob der Verfasser des Bebauungsplans sich ohne ausreichende Rückmeldung an die Politik für diesen massiven und abweisenden Schallschutz entschieden hat. Auch solle die Rolle der Politik und der Verwaltung genau beleuchtet werden: Die GFL will insbesondere klären, welche Informationen der Politik jeweils zu den Zeitpunkten des Verfahrens vorlagen, als sie zu entscheiden hatte. Ebenso ist ein kritischer Blick auf das Verwaltungshandeln zu werfen.

"Wir hätten die Reißleine gezogen"

„Es geht uns in erster Linie nicht darum, eine Person an den Pranger zu stellen. Vielmehr wollen wir aus den Fehlern lernen, die hier offenkundig gemacht wurden. Es geht also darum, solche Dinge zukünftig zu vermeiden“, so GFL-Fraktionsvorsitzender Johannes Hofnagel. Objektiv stellten die massiven Mauern Unikate im negativen Sinne auf dem Lüner Stadtgebiet dar. Dabei hätte der geforderte Schallschutz von 25 dB laut Gutachten auch durch andere, weit weniger massive Materialien erreicht werden können (z. B. Holzsysteme, Ziegel- oder Betonsysteme oder sogar durch teiltransparente Elemente wie Glas oder Kunststoff). Hofnagel: „Hätten wir gewusst, welche Bauwerke der Laakstraße drohen, hätten wir und sicherlich auch andere Ratsfraktionen sofort die Reißleine gezogen.“

Keine Mauscheleien erkennbar

Auch ein zweiter Aspekt wurmt die GFL. Nämlich das Gerücht, wonach die Mauern geplant wurden, um die Grundstückseigentümer vor Abgaben aus den Sanierungskosten der Laakstraße zu schützen. „Dies ist für uns sehr fragwürdig, da die Prüfung des Schallschutzes für das Wohngebiet nämlich vom Kreis Unna veranlasst wurde. Den Lärmschutz hat ein Gutachter als notwendig erachtet. Hofnagel macht zudem darauf aufmerksam, dass die Grundstückseigentümer sowohl die Grundstücke auf denen die Mauern stehen als auch die Mauern selbst bezahlt hätten. Weiterhin seien sie für die Instandhaltung der Mauern zuständig und müssten für die Mauergrundstücke jedes Jahr Grundbesitzabgabe zahlen.

Autor:

Alexander Ebert (GFL-Ratsfraktion) aus Lünen

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