24 Stunden am Steuer eines 40-Tonners mit gerissener Windschutzscheibe, defekter Bremstechnik und abgefahrenen Reifen

Eine Vielzahl technischer Mängel und Manipulationen an einem 40-Tonner sowie gravierende Verstöße gegen Lenkzeitvorschriften führten Donnerstag (25.11.2021) auf der Autobahn 44 bei Werl zum vorläufigen Ende der Reise eines Transporters. Ein Spezialteam der Autobahnpolizei des Polizeipräsidiums Dortmund entdeckte den Lkw auf der A44 in Richtung Kassel.

Verstöße gegen die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten

Während der Kontrolle auf dem Parkplatz "Am Haarstrang" gab der Fahrer an, die Ladung unter einem erheblichen Zeitdruck von Dortmund nach Gera transportieren zu müssen. Sein Chef habe die Verstöße gegen die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten angeordnet. Der 24-jährige Fahrer saß innerhalb von 36 Stunden insgesamt 24 Stunden am Steuer des Gespanns. Das elektronische Auslesen der Fahrerkarte führte zu der Erkenntnis, dass der 24-Jährige in einem Zeitraum von 28 Tagen immer wieder die Vorschriften für einzuhaltende Ruhezeiten missachtete.

Autobahnpolizei untersagte die Weiterfahrt

Mit der Konsequenz, dass der Fahrer und der Unternehmer zwei Sicherheitsleistungen hinterlegen mussten: Der 41-Jährige zahlte 3389,75 Euro an Ort und Stelle. Der Spediteur muss noch 10162,25 Euro überweisen. Damit konnten sich Fahrer und Unternehmer jedoch nicht freikaufen - das auf Lkw-Kontrollen spezialisierte Team der Autobahnpolizei in Kamen untersagte die Weiterfahrt des 40-Tonners.

Erst wenn die gerissene Windschutzscheibe ersetzt wird und lebenswichtige Sicherheitssysteme wie ABS und andere Sensoren wieder einwandfrei funktionieren, darf die Tour weitergehen. Dazu gehört übrigens auch eine neue Bereifung: An einem der Pneus löste sich bereits die Lauffläche ab.

Fazit:

Die mangelhafte Technik, der insgesamt schlechte Gesamteindruck des Lkw und die Übermüdung des Fahrers führten zu einer erheblichen Gefahr auf der Autobahn, weshalb die Polizei schließlich auf die Bremse trat.

Die Technik an dem 40-Tonner war sehr gefährlich. Gut funktionierte dagegen die Kommunikation des Transportunternehmers: Kurz nach der Kontrolle durch die Autobahnpolizei meldete sich ein Spediteur aus Österreich. Er bat darum, die Pakete umladen zu dürfen, da es sich um Terminfracht handele ...

Autor:

Siegfried Schönfeld aus Marl

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