Ruhrfestspiele im Rekordrausch: Hoffmann verlängert

Die "Herren der Zahlen": Ruhrfestspielleiter Dr. Frank Hoffmann (links) und Verwaltungsdirektor Reinhard Strehlau haben eine historische Rekordbilanz gezogen. Foto: Halstenbach
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Theater und Fußball haben viel gemeinsam: Wer geht, wer bleibt und wie sehen die Verträge aus. Brandheiße News: Ruhrfestspielleiter Dr. Frank Hoffmann hat nicht nur das beste Ergebnis in der 65-jährigen Geschichte des Festivals eingefahren, sondern - wie gerade bekannt wurde - wird seinen 2012 auslaufenden Vertrag bis einschließlich der Saison 2015 verlängern.

Das hat der Aufsichtsrat der Betreibergesellschaft heute einstimmig beschlossen und soeben bekannt gegeben.

Let's talk about money: 2011 haben die Ruhrfestspiele das beste Einspielergebnis ihrer 65-jährigen Geschichte eingefahren - und damit ihren Rekord von 2009 übertroffen.

Das gaben Dr. Frank Hoffmann, seit 2005 künstlerischer Chef des größten und ältesteten deutschen Theaterfestivals, und Verwaltungsdirektor Reinhard Strehlau am Freitag bei einer Bilanzpressekonferenz mit starker Medienpräsenz bekannt.

Konkret heißt das: Die insgesamt 213 Vorstellungen haben 81.048 Besucher gesehen (Vorjahr: 72.870), die Auslastung liegt bei 80,9 Prozent. Gezeigt wurden 60 Produktionen plus 13 Pringe-Festival-Produktionen im Off-Bereich.

Besonders groß war das Interesse an dem Stücken im Großen Haus auf dem "Hügel", das mit 99,11 Prozent eine Spitzenauslastung hat. Fazit: Schiller lockt tatsächlich die Leute vom Sofa runter.
Am schlechtesten schneidet im Vergleich der Spielorte das Theater Marl mit einer nur 53-prozentigen Auslastungen statt. Strehlau dazu: "Leider blieb der Zuspruch für unser Musical ,Anatevka' weit hinter unseren Erwartungen zurück."

Deutlich an Kraft gewinnt das Fringe-Festvial (7.733 Besucher im Fringe-Zelt auf dem Hügel plus rund 1.500 blutjunge Gäste des "Fringe"-Märchentheaters bei Aufführungen in Marl, Haltern, Castrop-Rauxel und Datteln).
Auch die rund 90.000 Besucher zum Auftakt am 1. Mai muss man hinzurechnen.

Das Budget für 2011 der Ruhrfestspiele beläuft sich auf 6 Millionen Euro. Hoffmann: "Davon haben wir durch Kartenverkauf rund 1,5 Millionen Euro eingenommen." Seit 19 Jahren gleich geblíeben sind die Zuwendungen, darunter die immens wichtigen 1,5 Millionen Euro des Landes NRW. Aber Strehlau wie Hoffrmann unterstrichen auch die Bedeutung der großen Sponsoren, "durch die wir künstlerische Gestaltungsräume haben". Auf Nachfrage des Stadtspiegels, ob die großen Sponsoren wie Evonik und RWE den Ruhrfestpielen auch weiterhin treu bleiben würden, bestätigte das Hoffmann selbstsicher: "Ja, wir haben eine enge, ganz intensive Verbindung. Das hat Zukunft."

Nun mal weg von "schnöden" Zahlen. Frank Hoffmann begrüßt ausdrücklich die teilweise heftigen und kontroversen Publikumsreaktionen auf einige Stücke. Besonders "Paris, Texas" mit Heike Makatsch hatte Debatten in und über die Medien sowie Zuschauer- Reaktionen (vorzeitiges Saal-Verlassen) ausgelöst. Den Luxemburger freut es: "Wir erleben eine neue Recklinghäuser Diskussionskultur."

Dass Hoffmann am Steuer der Ruhrfestspiele länger bleiben wird, dürfte bei der Crew für Erleichterung sorgen. Fest steht, dass Hoffmann die wirtschaftlich und künsterlisch erfolgreiche Ära mit Hansgünther Heyme sogar noch übertroffen hat und im kleinen Team der Mitarbeiter als guter und sympathischer Chef gilt.

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