Rundgang "Brassert im Wandel der Zeiten" am 12. September in Marl

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Alle Zechen-Nostalgiker können sich am 12. September auf eine Zeitreise durch Brassert begeben. Sylvia und Reiner Eggers lassen Erinnerungen an die ehemaligen Schächte der Zeche aufleben, an die erste Dreifaltigkeitskirche, an das Zechengasthaus, das Central-Kino, das „Bullenkloster“ und die Hoyer-Ampel. Treffpunkt des etwa anderthalbstündigen Rundgangs „Brassert im Wandel der Zeiten“ ist um 14 Uhr an der ehemaligen Markenkontrolle (jetzt Ma(r)lkasten).

Der Stadtteil Brassert

Brassert ist ein Stadtteil der nordrhein-westfälischen Stadt Marl. Namensgeber des Stadtteils (sowie der dortigen Zeche) war der preußische Jurist und Berghauptmann Hermann Brassert. Außerdem wurde die Brassertstraße, die zentrale Verkehrsader des Stadtteils, zu Ehren Brasserts benannt. Geprägt wurde der Stadtteil seit Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem durch den Bergbau. Bis zum Jahr 1972 befand sich dort die Zeche Brassert, in deren direkter Nachbarschaft auch heute noch die Zechensiedlungen existieren. Das ehemalige Zechengelände wurde in einen Freizeitpark und ein Gewerbegebiet umgestaltet.

Sehenswürdigkeiten

Die 1956/57 von Otto Bartning entworfene evangelische Erlöserkirche steht mittlerweile unter Denkmalschutz. 2015 wurde sie entwidmet.
Der Margaretenplatz und denkmalgeschützte Arbeitersiedlungsbauten der Zeche Brassert sind in der Reformarchitektur nach dem Ersten Weltkrieg entstanden.

ECA-Siedlung

Zur Behebung der großen Wohnungsnot nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und dem Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten in den westlichen Teil Deutschlands wurden im Rahmen und mit Mitteln des Marshallplanes Anfang der 1950er Jahre in Brassert die sogenannte ECA-Siedlung gebaut. Die Finanzierung lief zunächst über die 1948 eingerichtete US-amerikanische Economic Cooperation Administration (ECA) ab 1951 über die Mutual Security Agency (MSA). Als Vorgabe forderten die Planer, Kleinwohnungen zu einem Festpreis möglichst billig zu errichten; der soziale Wohnungsbau sollte gefördert werden. Im Jahr 1951 wurde vom Bundeswohnungsbauministerium ein ECA-Realisierungs-Wettbewerb für Architekten und Baufirmen ausgelobt. Die im Anschluss daran gebaute Siedlung trägt auch heute noch den Namen ECA-Siedlung.

Für alle Führungen sind Anmeldungen im i-Punkt Marl im Marler Stern oder unter der Telefonnummer (02365) 99-4310 möglich (zu den üblichen Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9.30 bis 18 Uhr, samstags von 9.30 bis 13 Uhr). Für die Teilnahme wird ein geringes Entgelt von 1,50 Euro (Rundgang) bzw. 3 Euro (Stadtrundfahrt) pro Person erhoben. Kinder bis sieben Jahren nehmen kostenlos teil. Weitere Termine, insbesondere für Gruppen, sind nach vorheriger Absprache möglich.

Autor:

Siegfried Schönfeld aus Marl

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