Zeche Hannover zeigt Einwanderungsgeschichten zwischen Kohle und Windrad

LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum
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Wer steckt hinter Deutschlands Energiewende? Antwort gibt eine neue Ausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Donnerstag (15.8.) um 19 Uhr in seinem Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum eröffnet. Die Ausstellung porträtiert Menschen des Ruhrgebiets mit Energie- und Einwanderungsgeschichte wie einen türkischen Bergmann, der 1970 auf Zeche Walsum malochte, und seinen Enkel, der erneuerbare Energien studiert. Knapp 20 Porträts und Lebensgeschichten zeigen, wie sich Deutschland durch Einwanderungen und die Energiewende modernisiert. Großformatige Porträts sowie Audio- und Videostationen liefern Einblicke in die Einwanderungs- und Energiegeschichte.

Die Wanderausstellung entstand im Rahmen des Forschungsprojektes "Erzählte Energie" am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum. Es wurde gefördert von der innogy-Stiftung für Energie und Gesellschaft und der RAG-Stiftung. Kooperationspartner für die Präsentation auf der Zeche Hannover ist neben dem LWL-Industriemuseum das Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung Essen.

Hintergrund

Die Ausstellung "Energie in Bewegung" präsentiert die Bandbreite menschlicher Geschichten hinter der Energiewende, die auch durch Einwanderer mitgeprägt und mitgetragen wird - vom türkischen Bergmann der Zeche Walsum bis hin zur libyschen Doktorandin an der Ruhr-Universität. "Wer einwandert, um Kohle abzubauen oder um über Solarturm-Kraftwerke zu forschen, hat etwas zu erzählen: über den eigenen Weg nach Deutschland, von der Arbeit unter Tage oder in der Gewerkschaft oder von der Entscheidung, für ein Studium der erneuerbaren Energien die Heimat zu verlassen", erklärt Kuratorin Dr. Karin Yesilada von der Ruhr-Universität. Gerade im Ruhrgebiet lässt sich der Strukturwandel auch im Bildungssektor ablesen: Erneuerbare Energien kann man heute an mehreren Hochschulen in der Region studieren, nicht zuletzt an der auf ehemaligen Bergbau-Arealen errichteten Ruhr-Universität.

In der Ausstellung lernen Besucher Menschen mit Energiegeschichte auf großformatigen Fotografien von Emine Ercihan und in Texten von Karin Yesilada kennen, hören ihnen an Audio-Stationen zu und betrachten Filmausschnitte der Interviews. Interaktive QR-Codes verlinken zum Audioarchiv auf der Webseite https://www.erzaehlte-energie.de. Dort ist auch didaktisches Material für Schulen hinterlegt, denn die Wanderausstellung gastiert im Herbst an mehreren Schulen und Kollegs im Ruhrgebiet.

"Kohle war über 200 Jahre der Energieträger Nummer eins im Ruhrgebiet, und Migration ist ein Schwerpunktthema auf der Zeche Hannover. Die Ausstellung passt also sehr gut an diesen Ort. Mit dem Thema der erneuerbaren Energien ergänzt sie außerdem die aktuelle Ausstellung mit Luftbildaufnahmen von J. Henry Fair, in der es um die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen unseres Planeten geht", erklärt Museumsleiter Dietmar Osses.

Energie in Bewegung
Einwanderungsgeschichte zwischen Kohle und Windrad
16.8.-8.9.2019
LWL-Industriemuseum Zeche Hannover
Geöffnet Mi-Sa 14-18 Uhr, So 11-18 Uhr
https://erzaehlte-energie.de/

Autor:

Siegfried Schönfeld aus Marl

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